Alt wie ein Baum

“Kauri” ist eine typisch neuseeländische Koniferen-Baumart (Agathis australis) und vor allem auf der Nordinsel zu finden. Ein Naturschutzgebiet mit uralten Kauri-Bäumen ist der Waipoua-Wald. Zwischen Omapere und Dargaville besuchen wir dort den ca. 2.000 Jahre alten “Herren des Waldes” mit Namen “Tane Mahuta”. Fotos können den majestätischen Giganten kaum richtig wiedergeben, darauf wirkt er wie halt ein Baum so wirkt. Den Stammumfang von fast 14 Metern bei einer Höhe von 51,50 Metern kann man nur erleben, wenn man direkt vor ihm steht. Andere, normalgroße Bäume wirken neben dem Giganten wie Sträucher (Beitragsbild: Das Grün links und rechts sind keine Büsche, sondern normal große Bäume).

© Bildrechte: Ekrim 2012

Sehen aus wie schmale Blätter, sind aber Kauri-Nadeln

Das Alter des Tane Mahuta wird auf zirka 2.000 Jahre geschätzt, womit er der älteste bekannte Kauri ist. Man erzählt sich von einem noch älteren Baum hier im Naturschutzgebiet, der aber zu seinem Schutz nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Wie alt Kauris maximal werden können, weiß keiner genau; vermutet wird ein Maximalalter von 6.000 Jahren. Ob jemals ein Kauri dieses Alter erreicht hat, weiß niemand, da den Bäumen meist vorher durch Blitzschlag, Schäden im Wurzelbereich oder einfach durch den Menschen ein vorzeitiges Ende bereitet wurde. Neuerdings greift auch ein eingeschleppter Pilz (Phytophthora agathidicida) den Baum im Wurzelbereich an, was die empfindlichen Einreiserestriktionen der Neuseeländer für Touristen ein wenig erklärt, man darf ja noch nicht mal Dreck im Schuhprofil haben.

© Bildrechte: Bgabel auf wikivoyage shared, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, bearb. v. Ekrim 24.06.2021

Kauriholz hat einen warmen rötlichen Farbton und ähnelt von der Struktur her auf den ersten Blick Buchenholz

Seit 1980 dürfen Kauris nicht mehr gefällt werden, vorher lieferte der Baum begehrtes Möbelholz. Die jungen, also bis 300 Jahre alten Kauri-Bäume waren bei Seefahrern wegen ihres schnurgeraden Wuchses und wegen fehlender Astlöcher bis in große Höhen als Planken und Masten sehr beliebt. Das Holz erinnert mich optisch etwas an Buche, aber es ist sehr leicht, obwohl es ein Hartholz ist, und doch auch elastisch.

Auch heute werden noch Möbel und kleinere Gegenstände wie Bilderrahmen und Holzteller aus Kauriholz hergestellt, es handelt sich aber um den sogenannten Sumpf-Kauri. Vor ca. 50.000 Jahren muss eine Naturkatastrophe die Bäume wie Streichhölzer umgeknickt haben; ein neuseeländischer Pilot erzählte, die heute noch in den Sümpfen zu findenden Stämme lägen dort alle in der gleichen Richtung wie Eisenspäne, über die man einen Magneten hält. Näheres zu dieser Naturkatastrophe habe ich aber bisher nicht in Erfahrung bringen können. War es vielleicht einer der großen Ausbrüche des Taupo (der heutige Taupo-See)?

Lohnenswert ist in jedem Fall ein Besuch im Kauri-Museum in Matakohe (Nähe Dargaville) mit seiner “Kauri Gum Diggers Exhibition Hall”. Der Kauri bildete mit seinem Holz, Harz, Copal und Bernstein bis weit ins 20. Jahrhundert einen bedeutenden Wirtschaftszweig Neuseelands.

© Rechte am Beitragsbild: Ekrim 2012

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