Klimakrise führte nach Neuseeland

Lange Zeit war es unklar, wann Neuseeland eigentlich besiedelt wurde und auf welche Weise das geschah ( Maori aßen den Moa auf). Die offizielle Forschung nahm das 14. Jahrhundert an, Maori behaupten gerne unter Hinweis auf Überlieferungen, die Besiedlung habe schon um 1.000 n. Chr. stattgefunden oder noch weit früher. Die Archäologen Dilys Amanda Jones, Tim Mackrell und deren Team von der Universität Auckland haben auf diese Frage jetzt eine Antwort gefunden. In der Anaweka-Mündung im Abel-Tasman-Nationalpark (Beitagsbild v. Google Earth, Ein Tag Wandern und am Strand) an der nordwestlichen Küste der Südinsel wurden erstmals gut erhaltene Teile eines polynesischen Katamarans gefunden, der auf das frühe 14. Jahrhundert zu datieren ist. Man geht jetzt vom 13. Jahrhundert als Besiedlungszeitraum Neuseelands aus.

An dem Bootsrumpf – ein gewaltiger Einbaum ( Haka in Waitangi) – fanden die Forscher das geschnitzte Relief einer Schildkröte, von deren Hinterende eine geschweifte Linie ausgeht. Schildkrötenmotive sind typisch für die Polynesier, aber untypisch für die Maori. Aus diesen und weiteren Beobachtungen schließen die Forscher, dass das Boot zwar in Neuseeland gebaut wurde, jedoch in einer Zeit, als die polynesische Tradition noch lebendig war.

Eine unabhängig davon erstellte Klimastudie von Ian Goodwin von der Macquarie University in Sydney (Australien) weist jetzt außerdem nach, dass zwischen 1140 und 1260 aufgrund einer globalen Klimaschwankung andere Winde wehten, welche die Boote der Polynesier direkt nach Neuseeland führten. Die Polynesier konnten nur mit dem Wind segeln und nicht gegen ihn kreuzen. So erklärt sich auch, warum später kaum noch Polynesier nachkamen, denn nach 1260 drehte der Wind wieder.

© Rechte am Beitragsbild: Google Earth Pro 40°45’27.26″ S 172°17’40.68″ O, 2021 TerraMetrix, 2021 Maxar Technologies, 2021 CNES / Airbus, bearb. v. Ekrim 20.07.2021

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