Millionen-Perle fast zerbissen

© Bildrechte: Daily Mail @Pinterest 12.07.2021

Eine der größten weißen Naturperlen ist die ca. 10 Gramm schwere perfekt birnenförmige „La Peregrina“ (die Pilgerin oder Wanderin), die man auf vielen Gemälden seit dem frühen 16. Jahrhundert am Hals zahlreicher adliger Damen bewundern kann. Ihr Pilgerzug durch die europäischen Königshäuser endete beim Schauspieler Richard Burton, der das Schmuckstück 1969 für 37.000$ bei Sotheby’s erwarb und am Valentinstag Liz Taylor schenkte.

Liz Taylor schildert in einer Anekdote, wie sie vor Freude über das Geschenk mit dem Collier (hier bei Pinterest) durch die Wohnung tobte – plötzlich war die Perle weg. Verzweifelt durchsuchte sie die Wohnung – nix. Aber worauf kaut denn der Pekinese herum, der hat doch keinen Knochen bekommen? Die Perle konnte sie dem Hund schließlich unversehrt aus dem Maul fischen. Nach Liz Taylors Tod wurde „La Peregrina“ 2011 mitsamt dem Collier bei Christie’s in New York für 10,5 Millionen € versteigert. Wer sich heute mit der Pilgerin schmücken darf, ist unbekannt.
 

© Bildrechte: Ekrim 2013

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts fand angeblich ein Sklave die Perle, am Ufer der Insel Santa Margarita im Golf von Panama. Sein Herr gab ihm dafür die Freiheit. Es gibt auch eine zweite etwas kleinere, birnenförmige Perle „La Pelegrina“ (mit „l“), über die exakt die gleiche Fundgeschichte kursiert.
 

Das Kleinod wanderte zu Don Pedro de Temez, damals Herr über die spanische Kolonie Panama. Die weitere Geschichte ist nun etwas widersprüchlich, denn einigen Quellen zufolge erhielt Pedro de Ponte y Llavenna „die Pilgerin“ für seinen Militärdienst in Panama. Der Mann war u.a. Generalkapitän der Kanaren, herrschte über das schöne Städtchen Garachico im Nordwesten Teneriffas und ließ das gute Stück nun vorübergehend im Convento de San Francisco (siehe Foto) aufbewahren, einem Kloster, das auch heute noch von Mönchen bewohnt wird.

Pedro schenkte die Perle schließlich Philip II. von Spanien. Der machte daraus ein Verlobungsgeschenk für Mary I. von England (Mary Tudor). Nach ihrem Tod 1558 gelangte die „Pilgerin“ zurück in die spanische Schatzkammer, wo sie 250 Jahre blieb und von diversen spanischen Königinnen getragen wurde. Die Frau Philips III. von Spanien trug sie bei der feierlichen Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Spanien und England 1605. Beide Frauen Philips IV. von Spanien schmückten sich mit der Perle.

1808 wurde Joseph Bonaparte, Bruder von Napoleon, fünf Jahre lang König von Spanien. Bei seinem erzwungenen Abzug ließ er ein paar Kronjuwelen mitgehen, darunter „La Peregrina“. Joseph Bonaparte hinterließ sie seinem Neffen Louis-Napoléon, dem späteren Napoleon III. Als dieser ins Exil nach England musste, verkaufte er das Kleinod, das bisher nur verschenkt, vererbt oder geraubt worden war, an James Hamilton, den späteren Duke of Abercorn, der sie seiner Frau Louisa schenkte.

Lady Louisa musste nun Ähnliches durchmachen wie 100 Jahre später Liz Taylor. Denn zweimal löste sich die Perle aus der Fassung und war verschwunden. Nach dem ersten Verlust wurde sie zum Glück in einem Sofa in Windsor Castle wiedergefunden. Beim zweiten Mal verschwand sie aus dem Collier während eines Balls im Buckingham Palace – und wurde ebenfalls wiedergefunden.

Mary Tudor
Elizabeth in her brief appearance in Anne of A Thousand Days 1969

© Bildrechte, links: National Portrait Gallery, Public domain, via Wikimedia Commons. Rechts: Andrew Garth @Flickr, mit freundl. Genehmigung für www.182tage.net 12.07.2021.

Links: Mary Tudor mit Perle, rechts: Liz Taylor, geschmückt mit der „Peregrina“, in einer kurzen Szene von „Königin für 1.000 Tage“ (1969).

© Rechte am Beitragsbild: ID 6248913 @ pixabay 1.7.2021

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