MERS-CoV – Steht der Tod vor der Tür ?

Der „Hype“ um die Vogelgrippe vor ein paar Jahren hat uns gelehrt: alles nicht so schlimm. Die Symptome sind ein bißchen anders, aber im Grunde gilt, was immer galt: Geht man zum Arzt, dauert der Infekt nur 7 Tage, sonst eine Woche … Vermutlich aufgrund dieser Erfahrung hört und liest man wenig von der jüngsten Epidemie, die das Potential zur Pandemie hat.

Ähnlich wie eine Grippe kündigt sich MERS-CoV an (Middle East Respiratory Syndrom Corona Virus), nur verläuft die Viruserkrankung in ca. der Hälfte der Fälle tödlich. Im Juni 2012 starb ein Patient aus Saudi-Arabien in einem Londoner Krankenhaus an einer schweren Atemwegserkrankung. Zuvor hatten seine Nieren versagt. Am 27. August 2013 waren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 111 Krankheitsfälle dokumentiert, 52 Patienten starben bislang. Das Virus überträgt sich von Mensch zu Mensch – wie, weiß man noch nicht genau.

© Bildrechte: Maureen Metcalfe/Cynthia Goldsmith/Azaibi Tamin, Public domain, via Wikimedia Commons 05.07.2013

MERS-CoV unterm Mikroskop

Auch woher das Virus genau stammt, ist unklar. Fledermäuse und Kamele stehen als Wirtstiere des Virus im Verdacht, der sich bisher nur im Nahen Osten ausbreitet. Im Blut von Kamelen wurden Antikörper gegen dieses oder ein sehr ähnliches Virus gefunden; im Kot einer Fledermaus entdeckten Forscher jüngst ein Erbgut-Fragment, das mit der RNA von MERS-CoV übereinstimmt.

Bisher gibt es weder Impfstoff noch sichere Therapiemöglichkeiten, nur erste Behandlungsansätze mit antiviralen Wirkstoffen. Darryl Falzarano vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases der amerikanischen Gesundheitsbehörde und sein Team infizierten sechs Rhesusaffen mit MERS-CoV. Drei von ihnen behandelten sie mit einem Mix aus zwei antiviralen Medikamenten: Ribavirin und Interferon-a2b. Diese beiden Namen kann man sich ja schon mal merken. Immerhin wurde die Vermehrung der Erreger dadurch gebremst. Ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist ungewiss, da die Krankheit bei den Affen grundsätzlich harmloser verläuft.

An einem Impfstoff arbeiten deutsche Forscher. Ein Team um Professor Gerd Sutter vom Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen an der Ludwig-Maximilians-Universität München will dafür die Entwicklungsgrundlage gelegt haben. Der Impfstoffkandidat, der den Namen MVA-Mers-S trägt, wurde auf Basis des Modifzierten Vacciniavirus Ankara (MVA) getestet. Geplant sind nun Tierversuche, wobei man sich aber noch auf keine geeignete Tierart einigen konnte, denn für Tiere ist der Virus meist weniger gefährlich und Rhesusaffen stehen auch nicht in Massen zur Verfügung.

Die Frage ist, wie schnell ein Impfstoff fertig sein und vor allem wie schnell dieser in geeigneten Mengen zur Verfügung stehen kann. Und was bei diesem Thema oft vergessen wird: Impfungen beugen zwar vor, helfen bereits Erkrankten aber nicht mehr. In jedem Fall kann Händewaschen mit Seife nicht schaden, Coronaviren an den Händen werden davon jedenfalls abgetötet.

© Rechte am Beitragsbild: Entnommen WHO-Dokument WHO-EM/CSR/417/E, WHO 2021, licenced by CC BY-NC-SA 3.0 IGO, bearb. v. Ekrim 05.07.2021

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