Abendspaziergang über die Brooklyn Bridge

Von der Unterkunft in Brooklyn geht es mit der laut ratternden, schäbigen Underground sieben Stationen Richtung Manhattan, bis High Street. Brooklyn ist nicht gerade die Nobelgegend, eher vergleichbar mit schlechteren Ecken von Neukölln in Berlin. Und zwar so schlecht, dass einen am Abend beim Durchgang ein mulmiges Gefühl beschleicht. Vielleicht kennt man auch einfach zu viele amerikanische Krimiserien. Es ist ein warmer Freitag abend. Statt Vogelzwitschern hört man permanent Polizei- und Feuerwehrsirenen aus Nah und Fern.

Am westlichen Ende Brooklyns hat man einen schönen abendlichen Blick auf die Skyline. Ein Jugendlicher hilft uns freundlich, den Fussgängeraufgang zur Bridge zu finden. Das ist nämlich gar nicht so einfach, Baustelle, Umleitungen. „Got it!“ Manche schultern ihr Rad und rennen die Treppen hoch. Der Fussgängersteg ist zur Hälfte auch Radweg oder besser Rad-Schnellweg. Hier ist ordentlich was los. Die Radler pesen mit großer Geschwindigkeit über die Brücke, die ansonsten im Abenddämmer voll ist von Touristen. An jedem Drittel steht ein NYPD Officer. Unter unseren Füssen rollt stockend der sechsspurige Feierabend-Verkehr, durch die Holzbohlen ziehen die Abgase hoch und der Lärm ist ohrenbetäubend. Als „Sehnsuchtsbrücke“ in das Herz Manhattans galt die Brücke lange als Symbol für den Traum von einem besseren Leben. Die Sehnsucht nach einer sauberen Umwelt kann damit nicht gemeint gewesen sein.

Links ist im Dunst in der Ferne klein die Freiheitsstatue zu sehen. Rechts entdecken wir das Empire State Building und weiter hinten das Chrysler Building.

Der Weg über die ca. 2 km lange Brücke dauert etwa eine halbe Stunde. Wir laufen noch etwas weiter zur City Hall und den Broadway lang.

Die Brooklyn Bridge ist eine der ältesten Hängebrücken in den USA; als sie 1883 fertig wurde, galt sie als längste Hängebrücke der Welt. Für die Stadt New York wurde die Brooklyn Bridge schnell zu einem neuen Wahrzeichen.

© Rechte am Beitragsbild: Ekrim 2014

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