Pikantes Spiel in der Nase

Jürgen Hunke (Aufsichtsrat, Privatier, Kaufmann, Galerist und Verleger mit Asien-Faible) heckte 2009 mit dem damaligen Bürgermeister Volker Popp den Plan aus, vorgelagert am Timmendorfer Strand ein Teehaus im Pagodenstil zu bauen. Proteste gab’s gegen den Plan, dann wurde doch gebaut und aus dem Teehaus Mikado für Kunst und Besinnung wurden im Sommer 2014 ein Café und Restaurant “Wolkenlos”.

Da solle mal einer sagen, die Nordlichter verstünden nichts von Wein. Die Getränkekarte bietet zu romantischem Meeresblick und gehobenen Preisen tiefe und bisweilen recht amüsante Einblicke in Metaphern deutscher Sommeliers. So hat ein “Federspiel Steinriegel” aus Österreich ein pikantes Spiel in der Nase zwischen Rosmarin und Pfirsich, gut und lang am Gaumen sehr saftig mit seiner straffen Säure, leicht blättrig unterlegt, ein Hauch Grapefruit, etwas Wiesenkräuter und reife Steinobstnoten.

Ein “Jean Leon 3055” wartet mit exzellenter Struktur auf, trotz grosser individueller Klasse sinnlich verführerisch, von herrlich delikater und intensiver Aromatik nach exotischen Früchten, Pfirsich, frischer Butter, Banane und Holunder.

Oder der “Wolkenlos” – eben die Weinspezialität des Hauses: ausbalanciert wie ein Seiltänzer, eine schöne nussige Note zieht schwebend dahin, und dennoch bleibt da diese kribbelnde Spannung! Anders trifft der “Oppenheimer Herrenberg” mit intensivem Duft auf einen opulenten Körper – ein Wein, der fordert und beeindruckt. Beim “Louis Jadot” schmeckt man schöne Balance von saftigem Tannin, fruchtigen Beerenaromen und feinwürzigen Anklängen von Moos und Unterholz. Na denn zum Wohle …


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