Durchs Marderbachtal

Von oben steigen wir aus schwüler Hitze hinab ins feucht-kühle Marderbachtal. An einer Kreuzung entscheiden wir uns für das untere Tal, nach 4 Stunden Wanderung soll es jetzt bergab gehen. Rechts ziehen sich hinter bis zu 150 Jahre alten Fichten und – im Thüringer Wald – seltenen Weißtannen etwa 25 Meter hohe, moosbewachsene Felswände aus Porphyr, davor wachsen große und kleine Pilze aller Art. Links plätschert und gluckert der muntere Marderbach zwischen Moosen und Farnen hinab zum Schmalwasser. In diesem Jahr hat es ausreichend geregnet

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Mit dem Feuersalamander auf Du und Du
Süßer Marder

Pilze, Bäume und Porphyr – aber keine Salamander, Forellen, Marder oder Vögel.

1990 wurde das Marderbachtal zum Flächennaturdenkmal erklärt. Im kristallklaren Wasser leben laut Wikipedia seltene Insekten, angeblich auch Bachforellen. Um welche Insekten es sich handelt, habe ich nicht herausbekommen. Feuersalamander soll es hier auch geben – Fisch und Amphibie scheinen aber gerade Pause zu haben und sind nicht zu entdecken. Auch kein Marder huscht durchs Unterholz – warum das Tal so heißt, bleibt somit ungeklärt. Die mächtigen, schmalkronigen Fichten (Picea abies) sind übrigens hier beheimatet, vielleicht sogar ursprünglich evolutionär entstanden.

Obwohl Urlaubszeit ist, begegnen wir keinem Menschen. Außer dem Bachgluckern hört man nichts, kein Meisen-Zizidä, kein fröhliches Tsilp-tsalp, keinen Finkenschlag, keinen fernen Kuckuck oder Klopfen von Bunt- und Grünspecht. Was ist da los? Der Bestand an Singvögeln ist in Deutschland in den letzten Jahren um bis zu 80% zurückgegangen. Das teilte die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag vom 2. Mai 2017 mit. Hauptursache sei das Insektensterben, deren Populationen seien aufgrund von Insektizid- und auch Herbizid-Einsatz in der Landwirtschaft um bis zu 90% geschrumpft. Unsere heimischen Vogelarten verhungern buchstäblich.


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