Albatross und Pinguin
albatross

Es war in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts, als sich plötzlich einige Albatrosse an der Spitze der Otago-Halbinsel bei Dunedin, dem Taiaroa Head, niederließen und beschlossen, dort zu brüten. Man vermutet, dass es gerade die kahle Fläche des Otago Hills war, für die Menschen zuvor mit radikaler Abholzung gesorgt hatten, welche die Riesenvögel anzog. Der Berg ist von Wasser umgeben, so dass die relativ flugungeschickten Jungvögel im schlimmsten Fall ins Wasser plumpsen. Bild links ein Albatross-Junges (© Wikipedia by Benchill CC BY-SA 3.0).

Während des 2. Weltkriegs hatten die dort stationierten Soldaten, welche mit einer Riesenkanone (eine versenkbare, 5 Tonnen schwere 6-Zoll-Hinterladerkanone von 1886 mit einer Reichweite von 8 Kilometern) die Bucht schützen sollten, andere Sorgen und interessierten sich höchstens mal für ein Riesenomelett vom Albatross-Ei. Seit den 70er Jahren begann man mit dem Schutz der brütenden Tiere, das Besucherzentrum (Beitragsbild) besteht seit 1972. Der Taiaroa Head ist heute streng abgezäunt. Das Zuhause etlicher Albatross-Paare wird so vor allem vor Katzen, Hunden, Frettchen, Wieseln geschützt.

Albatrosse haben eine Spannweite von bis zu 3,70 Metern, sind gute Segler aber schlechte Flatterer. Sie werden durchaus über 60 Jahre alt und verbringen die ersten 5-7 Jahre nur auf dem Meer, wobei sie die Erde zwischen der Antarktis und den südlichen Zipfeln der anderen Kontinente mehrfach umrunden. Die Brutzeit dauert 11 Wochen, wobei sich die Eltern abwechseln. Ihre Jungen sitzen nach dem Schlüpfen monatelang im Nest und lassen sich von den Eltern fett füttern, bis sie doppelt so schwer sind wie diese. Ausgestattet mit solcherlei Reserven wagen sich die Jungen schließlich aufs Meer hinaus und sammeln Erfahrungen mit der Selbstversorgung.

Haben sich Paare einmal zum Brüten zusammengefunden, so treffen sie sich beim nächsten Mal gerne wieder und beschnäbeln sich zärtlich. Auch Lesben wurden schon gesichtet, die sogar Eier legen, aus denen dann aber nichts schlüpft.

Wir fahren weiter ins Naturreservat für Gelbaugenpinguine (Hoiho oder “Schreihals” in Maori-Sprache, Megadyptes antipodes). Eigentlich sind die Augen rot und die Färbung um die Augen herum wird auch erst bei den älteren Tieren tatsächlich gelb. Das Reservat wurde durch private Initiative in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet. Von dieser Pinguinart leben auf der Welt nur noch 4.000 bis 5.000 Exemplare und diese nur in Neuseeland. Es ist die seltenste Pinguinart der Welt. Sie werden bis zu 70 Zentimeter groß, wiegen bis zu 6 kg und werden durchschnittlich 6 bis 7 Jahre alt.

Gelbaugen-Pinguin Neuseeland


Ab dem Alter von zwei Jahren fangen sie mit der Fortpflanzung an. Wenn die Brutsaison erfolgreich war, bleiben die Paare sich treu. Man legt – bis zu 4 Kilometer landeinwärts – zwei Eier und bebrütet diese gemeinschaftlich sechs Wochen lang. Die Jungen sind braun und damit im Gelände gut getarnt. Nach 3-4 Monaten gehen sie ihrer eigenen Wege.

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