Die Stadt der Königin

Wahrscheinlich gibt es in jeder ehemals britischen Kolonie eine Stadt oder wenigstens einen Stadtteil namens Queenstown. Neuseelands Queenstown bezieht sich auf Queen Victoria, die zur Zeit der Stadtgründung Königin war, die Stadt aber mit Sicherheit nie gesehen hat. Schade eigentlich, denn sie liegt an einem glasklaren See vor einer beeindruckenden Bergkulisse, hat einige hübsche Häuschen und …


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Skyline Gondola, William Gilbert Rees (Mitte), Blick vom Tiki-Trail.

… bietet heute vor allem Freizeitvergnügungen aller Art: Vom Bungee-Jumping über Twin-Paragliding, Fallschirmspringen bis zum Jet-Flitzen übern See ist auch für jeden Adrenalin-Junky was dabei. Angeblich wurde das kommerzielle Bungee-Jumping von A.J. Hackett Bungy im benachbarten Skippers Canyon erfunden. A.J. Hacket Bungy betreibt mehrere Bungee-Sprungstätten in der Nähe von Queenstown, unter anderem auf der Kawarau-Bridge (siehe Bild unten) und der 134m hohen „Nevis Highwire Platform“.

Von „Bob’s Peak“ aus kann man eine Art Seifenkistenrennen mit Kunststoffwägelchen über Betonbahnen machen und hat dabei eine schöne Aussicht (siehe Beitragsbild – nichts für Höhenängstliche) oder mit Geländebikes durch den Wald pesen und springen. Auch touristische Kurztrips wie in den Skipper’s Canyon (➥ Goldrausch in Skipper’s Canyon) oder zu den Drehorten vom „Herrn der Ringe“ und seinen Fortsetzungen werden fast an jeder Ecke angeboten. Daneben gibt es Bowling und Golf, Ausfüge mit dem alten kohlebetriebenen Passagierschiff TSS Earnslaw auf dem Wakatipu-See, Weinverkostungen und vieles mehr.

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Die Earnslaw wurde 1912 gebaut. Das Dampfschiff ist der einzige noch kommerziell betriebene kohlebefeuerte Passagierdampfer der Südhalbkugel. Im Lloyd’s Register ist das Schiff als das letzte noch betriebsfähige, kohlebefeuerte Dampfschiff der Welt registriert.

Das heutige Queenstown ist touristisch ausgerichtet. Die knapp 11.000 Einwohner der Stadt sehen pro Jahr rund 1,5 Millionen Besucher. Wer das mag, ist hier gut aufgehoben, es gibt Souvenirläden aller Art, gute und schlechte Restaurants, Cafés, Casinos. An der Seepromenade ist eine Art Kunstgewerbemarkt, im Sommer bei Open-Air-Musik. Es gibt viele Hotels, teure und billige.

Die eigentliche, quasi europäische Geschichte Queenstowns begann 1860, als William Gilbert Rees den Wakatipu-See gemeinsam mit seinem Kumpel Nicholas von Tunzelmann zu seiner neuen Heimat erkor und auf dem Gelände des heutigen Queenstown seine Farm gründete. Los ging’s aber erst richtig zwei Jahre später, als Thomas Arthur und Harry Redfern im Gebiet des heutigen Arthurs Point innerhalb von 3 Stunden etwa 4 Unzen (etwa 113 g) Goldnuggets aufgesammelt hatten. Wie viele andere Goldsucher machten sie den Fehler, nicht einfach den Mund zu halten. Aus war’s für Rees mit dem ruhigen Farmleben. Das war nämlich der Startschuss für den weltweit zweitgrößten Goldrausch (wobei ich nicht so ganz weiß, wie man das messen will), in dessen Verlauf sich Queenstown jedenfalls von einem Goldgräberlager zu einem Städtchen entwickelte, das die benötigte Infrastruktur für die Goldgräber der Region zur Verfügung stellte.

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Beitragsbild: Mirke, 2012.

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462.2   Mirke, 2012.  

462.3   Mirke, 2012.  

462.4   MirkeYoutube-Terms, 2012.  

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