Mit dem Heli zu Franz-Josef

Der Franz-Josef-Gletscher ist der größte Gletscher Neuseelands. Seine größte Zunge wandert täglich etwa 4 Meter talabwärts und schmilzt doch in noch größerer Geschwindigkeit ab. Seit den ersten Fotos von 1867 hat sich das Eis kilometerweit zurückgezogen. Ein über dem Gletscher abgestürztes Flugzeug würde deswegen bereits nach vergleichsweise kurzen sieben Jahren wieder vom Eis freigegeben. Aber daran denken wir nicht, vor dem Heli-Flug. Die hohe Fließgeschwindigkeit ergibt sich auch durch das viele Wasser, das über Wasserfälle rechts und links des Eises unter den Gletscher fließt und so als Gleitmittel wirkt.

CIMG0366© Bildrechte: Ekrim 2012

Im kleinen Ort “Franz-Josef Village”, etwa 5 km vom Gletscher entfernt, buche ich einen Hubschrauberflug auf den Gletscher. Der rot-weiße Heli startet flott und schraubt sich schnell höher und höher. Wir fliegen dicht an Baumwipfeln vorbei, die rechts aus der Felswand ragen. Bläulich scheint das Gletschereis herauf, durchzogen von Spalten und Flächen mit Geröll. Von weitem sieht der Gletscher schmutzig aus, wie ein Berliner Straßenrand, zwei Tage nachdem es geschneit hatte. In mehreren Kurven geht es zum schnee- und eisgefüllten Zentrum, das 90% des Gletschers ausmacht und sich kaum bewegt. Ein anderer Heli ist dort schon gelandet und wirkt wie eine bunte Obstfliege auf einem riesigen Zitroneneis.

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© Bildrechte (2 Fotos): Ekrim 2012

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© Bildrechte (2 Fotos): Ekrim 2012

Nach einem kurzen Spaziergang fliegen wir gemeinsam die Bergflanken entlang zum Startpunkt zurück. In der Ferne leuchtet die Tasmanische See. Links oder rechts vor uns jeweils der andere Hubschrauber – ich fühle mich fast wie in einem Actionfilm.

Anschließend wandern wir zum Fuße des Gletschers – Gletscher von oben und von unten – ein Kompletterlebnis.

Entstanden ist der Gletscher aufgrund der besonderen Lage der tektonischen Platten, auf denen sich Mount Cook und seine umliegenden Berge befinden. An der Westküste von Neuseeland treffen zwei Kontinentalplatten aufeinander und haben so ein sehr hohes Bergmassiv direkt an der Küste geformt. Die große Menge an Niederschlag ergibt sich aus der Tatsache, dass warme und feuchte Luft über die Tasmanische See herangeführt wird und an dem hohen Massiv stark abkühlt und ausregnet. Dadurch kommt es auf der Westseite der Südinsel Neuseelands zu etwa zehnmal mehr Niederschlag als an der Ostküste.

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© Bildrechte (3 Fotos): Ekrim 2012

© Videorechte: Ekrim 2012

© Rechte am Beitragsbild: traveller Kassel, mit freundl. Genehmigung für Ekrim 2012

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