Be well in Wellington
CIMG0444© Bildrechte: Ekrim 2012

Von Picton (Südinsel) aus gibt es die Haupt-Fährverbindung zur Nordinsel, nach Wellington. Picton selbst scheint ein wenig beeindruckendes kleines Hafenstädtchen zu sein, sauber, modern, zwei Einkaufsstraßen, einige romantische Häuser im Kolonialstil (Foto links). Viele Wellingtoner haben hier ihre Ferienhäuschen.

In der VIP-Lounge der Fähre gibt es kostenloses Essen, Getränke, WLAN. Die drei Stunden Überfahrt sind schnell vorüber und es geht in ein Luxushotel in der Innenstadt, fast direkt gegenüber dem berühmten Museum “Te Papa”.

Seit 1875 ist Wellington die Hauptstadt Neuseelands (Beitragsbild: Blick vom Mount Victoria auf das Stadtzentrum mit dem Museum Te Papa), obwohl Auckland (ca. 1,3 mio Einwohner = 1/3 Neuseelands) die größte Stadt ist. Heute hat sie ca. 300.000 Einwohner und ist damit – nach Auckland – die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Wellington ist vielen vielleicht ein Begriff, weil die Stadt über ein großes Stadion verfügt, das Westpac-Stadion, in dem wichtige Sportveranstaltungen oder auch größere Konzerte stattfinden. Die Universität Wellingtons hat eine große juristische Fakultät.

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Tretboot fahren vor dem “Boatshed” am Hafen (links), die Occupy-Bewegung hat auch einen Ableger in Wellington (rechts)
© Bildrechte (2 Fotos): Ekrim 2012

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Blick auf den Flughafen Wellington (links), die Seebucht vor Wellington (rechts)
© Bildrechte (2 Fotos): Ekrim 2012

In Wellington sind Erdbeben an der Tagesordnung: man zählt ca. zehn am Tag, die selten zu spüren sind. Man ist hier mit dieser Naturgewalt vertraut. Die wenigen Wolkenkratzer sind auf Gummipuffern gelagert, so wie das Parlament. In dessen Keller besichtigen wir die Baumaßnahmen. Zunächst wurden horizontale Aussparungen in das Betonfundament gefräst und dort in regelmäßigen Abständen Gummipuffer einmontiert. Dann wurden die restlichen vertikalen Betonstützen horizontal durchgesägt, so dass das Gebäude nun nur noch auf den mächtigen Gummipuffern ruht, welche vor allem vertikale Erdstöße abfangen können. Das System wurde von Dr. Bill Robinson erfunden, der bis zu seinem Tode 2011 eine eigene Forschungsingenieurs-Firma in Neuseeland betrieb. Seinen Ehren-Doktortitel erhielt der Tüftler dafür von der Viktoria-Universität.

Schon im 15. Jahrhundert, so lässt sich rekonstruieren, wuchs die ganze Ostküste um bis zu drei Meter in die Höhe, was den gesamten Küstenverlauf vollkommen veränderte. Im Jahr 1855 wurde allein das Hafenbecken durch ein Beben um 1,2 bis 2,1 Meter angehoben. Dieses mit einer Stärke von 8,2 auf der Richterskala schwerwiegendste Erdbeben, das jemals in Neuseeland gemessen wurde, ging unter dem Namen “Wairarapa-Beben” in die Geschichte ein.

Für Ängstliche vielleicht überraschend: Auch an die Erdbeben-Gefahr kann man sich mental gewöhnen. Neuseeland gilt als Land mit den meisten Erdbeben überhaupt, der Untergrund ist geologisch sehr aktiv. Grund ist, dass genau durch die Nordinsel eine Verwerfungslinie zwischen der australischen und der pazifischen Erdplatte läuft. Genauer gesagt läuft diese Verwerfungslinie exakt durch den Ballungsraum Wellingtons, unweit des heutigen Stadtzentrums. Dennoch kann man es sich in Wellington einfach gut gehen lassen, es ist ein nettes Universitäts-Städtchen.

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