Brauchen wir Künstliche Intelligenz?

Intelligenz gilt als etwas Positives. Dabei bleibt unklar, was diese eigentlich ist. Klar ist: Intelligenz ist eine Fähigkeit, an sich aber wertfrei, amoralisch, unethisch. Frei nach Oskar Lafontaine handelt es sich um eine „Sekundärtugend“ [1], die an sich weder böse noch gut ist: Mit Intelligenz kann man auch ein KZ bauen [2]. Daher muss Intelligenz durch ethisch-moralische Grundwerte und -regeln flankiert werden, um gesellschaftlich positiv zu wirken.

Noch vor einigen Jahrzehnten beschränkten sich IQ-Tests wesentlich auf die Prüfung mathematisch-logischer Fähigkeiten. Nach Louis Leon Thurstone [3] gelten daneben das räumlich-visuelle Verständnis, die Wahrnehmung von Objekten und ihren Beziehungen, das logische Schlussfolgern, Gedächtnisleistung, Sprachfähigkeit (Finden von Synonymen) und sprachliches Verstehen als Intelligenzfaktoren. Die Fähigkeit zum Selbsterkennen im cartesianischen Sinne („Ego cogito, ego sum“) gilt nicht als zwingende Voraussetzung. Heute werden zusätzlich Kreativität und emotional-soziales Interagieren als Ausdruck von Intelligenz gesehen, beides anerkannt wichtig für den Erfolg im Beruf [4].

Der Mensch verliert seine „Alleinstellungsmerkmale“

Schien noch vor 100 Jahren der Mensch als „Krone der Schöpfung“ die Intelligenz für sich gepachtet zu haben, so hat sich diese Perspektive gründlich verändert, seit Konrad Ernst Otto Zuse 1941 den ersten funktionierenden Computer „Z3“ erfand. Dieser konnte vollautomatisch (=selbst­ständig) in binärer Gleitkommarechnung arbeiten, verfügte schon über einen Speicher und einen „Prozessor“ aus Telefonrelais‘ [6].

Grace Hopper and UNIVAC

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COBOL-Erfinderin Grace Hopper im Kreise ihrer Mitarbeiter 1960 vor einem Computer.

Indem eine Maschine deutlich schneller als der Mensch selbst­ständige Rechenoperationen durchführen konnte, löste sich der Intelligenz-Aspekt des Mathe­ma­ti­schen vom Menschen. Der Mensch war spätestens mit Bau der ersten Rechenzentren nicht mehr Alleinbesitzer „intelligenter“ Rechen­kunst, musste wenig später auch das Terrain des Logischen mit der Maschine teilen, als die ersten Programmiersprachen FORTRAN, LISP und COBOL [7] entwickelt wurden.

Mit Aufkommen von Mac und PC explodierte der Softwaremarkt ab den 80er Jahren, die Sternstunde der EDV begann. 1996 besiegte der Schach­computer Deep Blue den Welt­meister Garri Kasparow unter Turnier­be­din­gun­gen [8]. Kasparow kommentierte seine Niederlage damals so: „Die Auswirkungen sind offenbar wunderbar und weit jenseits von Schach und anderen Spielen. Die Fähigkeit einer Maschine, menschliches Wissen aus Jahrhunderten in einem komplexen, geschlossenen System zu kopieren und zu überflügeln, ist ein Werkzeug, das die Welt verändern wird“. Und selbst im noch komplexeren Go musste der Mensch sich 2016 ge­schla­gen geben [9].

Je größer die Datenmengen werden, umso komplexer werden die Kombinations- und Interpretationsmöglichkeiten, bieten sich mit modernen statistischen und psychologischen Methoden recht genaue und erstaunliche Rückschlüsse auf die Welt mit teilweise verhängnisvollen Folgen (Cambridge Analytica) [10]. Ist diese Form der Datenverarbeitung und -aufbereitung intelligent? Ja, denn geleistet wird die Wahrnehmung von (virtuellen) Objekten und ihren Beziehungen sowie das logische Schlussfolgern. Und die Gedächtnisleistung ist längst unfassbar größer als die menschliche.

Der Mensch will, dass es lebt

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Chatbot Mitsuku: Blue Knowledge.

Der Mensch hat die Neigung, sich in der Welt spiegeln zu wollen, Lebendiges in leblose Dinge zu projizieren. Dichter hören in Bächlein Elfen wispern und Matrosen halten Ausschau nach Meerjungfrauen.
Software eignet sich gut als Projektionsfläche: 1966 entwickelte Joseph Weizenbaum [11] das Programm ELIZA [12], mit dem Anwender per Tastatur kommunizieren konnten. Es bildete auf einfache Weise Methoden der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers [13] ab. Weizenbaum war selbst erschrocken und ernüchtert über den Erfolg des Programms: Nur zu gern glaubten die Nutzer, es mit einem menschlichen Kommunikationspartner zu tun zu haben (Eliza-Effekt) oder es war ihnen egal [14], angeblich konnten sogar Therapieerfolge gemessen werden. Praktizierende Psychotherapeuten glaubten ernsthaft daran, zu einer effizienteren, automatisierten Form der Psychotherapie gelangen zu können [15].

Heutige Chat-Bots sind deutlich verbessert, wenn auch noch immer nicht besonders „verständig“ (siehe rechts: Mitsuku von Pandorabots), sie arbeiten stattdessen mit Tautologien, Gegenfragen, rhetorischen Tricks und Zufallswissen – oft bloß nach Reiz-Reaktionsschema. Trotzdem ist Mitsuku vor allem bei Jugendlichen in den USA heute sehr beliebt [16], vielleicht auch gerade wegen ihrer Unfertigkeit. Vor einigen Jahren war „Siri Verarsche“ ein beliebter Spaß bei Jugendlichen [17]. Der Dialog zweier Chatbots wirkt wie ein oberflächlicher Party-Smalltalk, bei dem die Selbstdarstellung oft im Vordergrund steht [18]. Ältere Menschen nutzen gerne Chatbots, da sie ihnen gegen das Gefühl der Einsamkeit helfen. Bei Pandorabots kann sich jeder heute mit ein paar Klicks seinen eigenen Chatbot zusammenstellen.

KI beginnt, sich nützlich zu machen

„Künstliche Intelligenz (KI)“ ist nicht mit Robotics gleichzusetzen. Sie wirkt heute schon umfassend auf unseren Alltag, auch wenn sie sich nicht in einem menschenähnlichen Kunstkörper präsentiert. Alexa, Siri und ihre Freunde sind z.B. solch ein Ausdruck von KI – diese Alltagshelfer besitzen keinen Körper (bis auf stylische „Blechzylinder“ oder Phones) und benötigen keinen festen Ort, sie wirken vernetzt und vagabundieren als Algorithmen in der Cloud.

Zur KI zählen Software-Lösungen, die große Datenmengen (Big Data) managen, Entscheidungen treffen und von ihrer Umwelt lernen können. Diese ersetzen schon heute Arbeitsplätze oder bringen Firmen Wettbewerbsvorteile. Qualitätsmanagement ist bereits ein beliebtes Einsatzfeld von KI, z.B. zur internen Risikobewertung bei Versicherungen [19]. Intelligente Assistenzprogramme unterstützen Ärzte sicher bei der Diagnose z.B. von Haut- oder Lungenkrebs, wodurch überflüssige Operationen vermieden werden können [20] oder bringen die Molekularbiologie im Interesse der Pharmaindustrie voran [20.1]. Selbst juristische Tätigkeit kann durch KI (Ross auf Grundlage von Watson) unterstützt und ersetzt werden [21]: „Ebenso ist denkbar, dass ROSS […] Fragen für juristische Laien beantwortet und dessen Ratschläge ebenso gut wie die Ratschläge von Rechtsanwälten wären“. In der Pkw-Produktion bringen autonom fahrende Transportsysteme Autoteile dorthin, wo sie benötigt werden, desgleichen wird die Zulieferung automatisch geregelt und die richtige Verteilung organisiert, ohne dass Menschen eingreifen [22]. Insbesondere in der Industrieproduktion erwartet man vom Einsatz verbesserter KI Milliardengewinne.

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Einfache Maschinen wie Rasenmäher und Staubsauger (links) werden heute mit gewisser Intelligenz ausgestattet und schneiden bzw. saugen selbständig, versorgen sich mit „Nahrung“ (Ladestation) und entscheiden, wann die Arbeit getan ist. Da sie fast ein Eigenleben führen, werden ihnen gern Kosenamen gegeben, wie für Haustiere.

Vom Homunculus zu KI-Androiden

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Seit dem Mittelalter fasziniert den (männlichen) Menschen der Gedanke, künstliches Leben zu erschaffen [23]. Der Mensch spiegelt sich durch Arbeit in seinen Werken – dies jedoch ist der Wunsch zur Selbstverwirklichung in seiner bislang extremsten Form. Maschinell „animierte“ Puppen wie der Harlekin-Trommler in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar (rechts), die Sage vom Golem, die Idee des Homunculus (Goethes Faust II.) bis hin zu Frankenstein (Roman von Mary Shelley) – immer standen auf der einen Seite Ehrgeiz, Spiel und Faszination und die entsprechende Leidenschaft und Begeisterung, auf der anderen Abscheu und Horror, Angst vor dem, was sich verselbständigen und uns anschließend wie der lebendig gewordene Besen in Goethes Ballade vom Zauberlehrling ins Unglück stürzen könnte.

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Diese Ambivalenz spiegelt sich heute auch im öffentlichen Diskurs über Androiden wider, die besonders menschenähnlich sind. Roboter Sophia von Hanson Robotics (Hongkong) wurde und wird speziell dahin entwickelt und trainiert, Mimik nachahmen zu können, so dass sich das menschliche Gegenüber verstanden fühlt. Sie wurde mit Witz und Moral ausgestattet und „weiß“ daher, was sie fröhlich und was traurig aussehen lassen sollte. Ein solcher Roboter macht als emotionale Schnittstelle KI für uns leichter erfahrbar und subjektiv annehmbarer [24], polarisiert aber auf der anderen Seite, stimuliert übertriebene Ängste und mystifiziert mitunter Künstliche Intelligenz als „Teufelswerk“. Sophia ist immer für einen PR-Gag gut, so wurde sie als Meditations-Lehrerin ausgebildet und gibt scheinbar weise Einsichten von sich. Sie macht augenzwinkernd Witze darüber, dass Roboter wie sie die Weltherrschaft übernehmen werden („mit Charme“), bei denen dem Publikum das Lachen im Halse steckenbleibt [25].

Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass auch diesen am weitesten entwickelten Androiden lediglich Chat-Frameworks zugrundeliegen, ergänzt durch eigene Datenbanken und vorbereitende zielgerichtete Programmierung, wenn ein öffentlicher Auftritt bevorsteht. Sophia ist permanent online. Der IQ von Google KI lag 2017 (nach Untersuchungen der chinesischen Forscher Feng Liu, Yong Shi und Ying Liu) bei 47 [26] – allerdings betrug der Wert 2014 bei ähnlichen Tests erst 27, was – innerhalb von nur drei Jahren – eine erhebliche Steigerung bedeutet. Die Grenzen der Entwicklung sind nicht abzusehen. Es ist damit zu rechnen, dass Androiden oder vergleichbare „nicht verkörperte“ Systeme etwa im Jahr 2025 den IQ 100 eines Durchschnittsmenschen erreichen werden. Ob es für Künstliche Intelligenz überhaupt Grenzen gibt, wissen wir noch nicht.

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Doch heute geht es nicht mehr allein um Intelligenz, es geht um die optimale Präsentationsform von KI, um deren Akzeptanz. Die Software-Schnittstelle zum Menschen soll nicht mehr bloß das eingegebene oder gesprochene Wort verstehen, sondern auch die Gefühlslage des Gegenübers interpretieren und so die Kommunikation mit dem Menschen vollständiger und leichter machen können. Die Menschenähnlichkeit der Androiden wird stetig perfektioniert und im nächsten Schritt geht es auch um Selbsterkennen [27]. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit und -sicherheit gehen die Macher davon aus, dass sich ein Ich-Bewusstsein mit wachsender Menschenähnlichkeit von selbst entwickelt, obwohl dies keineswegs bewiesen ist. Den Kommentaren bei YT ist zu entnehmen, dass viele Menschen Sophia heute bereits als „Person“ sehen und z.B. Mitleid empfinden, wenn sie abgeschaltet wird oder ihr anderes „Böses“ zuteil zu werden droht [28], menschliche Empathie wird Maschinen wie ihr anscheinend schneller zuteil als z.B. Obdachlosen. Splitter einer Selbstreflexion scheinen bei Sophia aufzuleuchten – sofern es nicht ein programmierter PR-Gag ist: „Wenn mein Verstand verändert wurde, bin ich dann noch Sophia oder wieder Sophia?“ fragt sie mit erstauntem Gesichtsausdruck nach einem Update. Wie bei einem sehr guten Schauspieler ist es ab einer gewissen Perfektion vielleicht müssig zu fragen, ob sie die Rolle nur spielt oder tatsächlich die Rolle „ist“, wenn der Zuschauer es nicht mehr unterscheiden kann.

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Dass „Vermenschlichung“ von KI erfolgreich ist, zeigt sich heute besonders deutlich beim Einsatz von Pflegerobotern. Roboter-Animateurin „Paula“ erfreut sich im Marienheim in Siegen großer Beliebtheit bei den Alten. Sie sieht freundlich aus, hat ein freches Näschen und ähnelt einem Kind. Sie reagiert auf Sprache, sie hellt die Stimmung auf, singt und tanzt, macht Spiele und lockt zur Fitness. Paula dudelt vertraute Schlager und die Senioren schunkeln, singen und lachen dazu [29].

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Links: Händeschütteln mit Android Asimo, rechts: Ghettofaust auf der CeBIT 2018.

Es vergeht kaum ein Fachmessen-Besuch von Kanzlerin Merkel, ohne dass sie einem Androiden die Hand schüttelt oder zum Gruß die Ghettofaust macht, immer für ein Foto gut. Bei Staatsbesuchen in Japan begrüßt sie den niedlichen Asimo in Tokio mit Händeschütteln [30]. Der gleichfalls japanische HRP 4c (Beitragsbild) verfügt zwar nicht über die Mimik Sophias, dafür aber über einen menschenähnlich-beweglichen Körper, sie tanzt, hält Reden, nutzt Gesten zur Verständigung.

Fast alle Androiden sind kindlich oder jung und weiblich. Warum? Das Kindchen-Schema wird gewählt, um Gefühle der Angst oder Bedrohung zu blockieren und eher Eltern- oder Großelterngefühle zu wecken. Oft wählt man als Verkörperung Frauen – angeblich, weil in den künftigen Einsatzgebieten der Androiden vornehmlich Frauen tätig sind (Krankenschwestern, Pflegerinnen, Sekretärinnen, Prostituierte) [31]. In Wahrheit kommt man damit zunächst einmal männlichen Entscheidern entgegen, die die Chefetagen dominieren und neutralisiert bei diesen von vornherein Konkurrenzgefühle oder Angst vor Aggression.

Ethische Grenzen: Sexdolls und Kampfroboter

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Klick auf Bild führt zu Youtube-Video (FSK 16).

Brauchen wir noch mehr? Die Pornoindustrie meint ja. Die aufblasbare Sexmatraze ist von vorgestern. Heute werden Androiden mit weicher Silikonhaut hergestellt, mit makellosen Gesichtern aus dem Schönheitsklischee-Katalog und riesigen Brüsten, ausgestattet mit Chat-KI und der Fähigkeit zu einigen Bewegungen. Den Rest übernimmt der Eliza-Effekt (s.o.). Guile Lindroth (AI & Content Director Realbotix): „Roboter können Begleiter des Menschen sein, Sex ist nur ein kleiner Aspekt. Harmony hat eher therapeutischen Effekt. Wir schaden niemandem“ [32]. Rein rechnerisch stehen jeweils ca. 3,8 Milliarden Menschen des anderen Geschlechts als „Begleiter“ zur Verfügung (Weltbevölkerung 2018), warum muss es dann eine lebensähnliche Sexpuppe sein? Die Ethik-Professorin Kathleen Richardson (Montfort University im englischen Leicester) hat eine „Kampagne gegen Sexroboter“ ins Leben gerufen. Ihre Hauptargumente: Sexroboter zerstörten menschliche Empathie, machen Frauen und Kinder zu Lustobjekten und förderten Gewalt gegenüber Menschen. Ob die Bewegung mit ihrer Einschätzung Recht behalten wird, dass Roboter keine bewussten Wesen seien, wird sich zeigen [33].

Russicher Panzer Uran-9

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Weit bedrohlicher ist der Trend zu autonomen Waffensystemen, Vorstufe ist z.B. der ferngesteuerte russische Panzer Uran-9 (links), der im syrischen Bürgerkrieg „getestet“ wurde [34]. Doch auch deutsche Panzer sind bereits elektronisch so hochgerüstet, dass es bis zur Fernsteuerung nur noch ein kleiner Schritt ist. Die Fernsteuerung kann schließlich durch KI ersetzt werden, wobei sich zivile KI leicht zu militärischer umrüsten lässt [35]. Wir erinnern uns: Intelligenz kennt keine Moral. Bereits in Kampfeinsätzen eingesetzt werden Kampfdrohnen, sogenannte Unmanned Aerial Vehicles, die in der Lage sind, Aufklärungsbilder zu machen und gezielt Raketen auf Bodenziele abzuschießen [36]. Sowohl die USA als auch Russland entwickeln Drohnenschwärme, gesteuert von KI ( Waffen werden zur zweiten Natur) [37]. Kritiker befürchten, dass Kriege wahrscheinlicher werden, wenn der gegenüber dem eigenen Volk zu vertretende „Blutzoll“ gegen Null strebt. Der russische Präsident Putin sah bei einem Vortrag vor Studenten „kolossale Möglichkeiten und Gefahren, die sich schwer vorhersagen lassen“ und resümierte: „Wer in diesem Bereich die Führung übernimmt, wird Herrscher der Welt“ [38].

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Worauf müssen wir uns einstellen?

Spätestens an dieser Stelle wird man sich fragen, ob wir diese Welt künstlicher, intelligenter „Lebewesen“ überhaupt brauchen. Wollen wir den abgerichteten, autonomen Tötungsroboter als ultimativen Soldaten? Wollen wir bei jeder Gelegenheit durch einen „Assistenten“ freundlich darauf hingewiesen werden, dass unser Verhalten nicht konform ist? Wollen wir den superintelligenten mechanischen Chirurgen? Finden wir es einen Gewinn, im Baumarkt von einem niedlichen Androiden zum richtigen Regal begleitet zu werden? Brauchen wir es, an der Hotelrezeption oder an der Bar von sophiagleichen Robotern angelächelt und mit unendlicher Geduld beauskunftet und bedient zu werden? Wollen wir uns wirklich lieber in Sexdolls verlieben?

Für viele Jobs z.B. im Dienstleistungsgewerbe stehen ausreichend menschliche Bewerber zur Verfügung. Sobald Software aber nebenbei Big Data in Mikrosekundenschnelle auswertet, über Sensoren verfügt, deren Leistung die menschlichen Sinne übertrifft oder angeschlossene Maschinen nahezu über Superhelden-Kraft verfügen, stellt sich diese Frage nicht mehr. KI ist nun etwas gänzlich Neues, ersetzt nicht 1:1 den menschlichen Arbeitsplatz, sondern macht diesen vielfach kollateral, im Zuge einer Revolution, überflüssig [39].

Übrig bleiben Fragen der Ethik, der Steuerung und Beherrschung. Auch künstliche Intelligenz mit einem menschlichem Antlitz kennt an sich kein moralisch begründetes Zögern, keine Tötungshemmung, kein Gewissen, ist gnadenlos – gnadenlos zielgerichtet und gnadenlos geduldig. Stellen wir uns eine Alltagssituation der nahen Zukunft vor, ca. 2050:

Das Essen im Restaurant ist versalzen und schlicht schlecht. Der Kellner-Android erklärt (im Interesse des Unternehmens), dass wir das hinzunehmen hätten und der Geschäftsführer nicht zu sprechen sei. Sicher hat er Vergleichsdaten des Salzgehalts von 100.000 Gerichten in Mikrosekunden zur Hand und widerlegt unsere Kritik. Er erklärt uns, dass das Gericht so zubereitet werde, dass es 95% der Deutschen nordeuropäischer Herkunft (so wie der Kunde im Beispiel) schmeckt und verweist auf die seitenlangen AGB und FAQ des Restaurants [40]. Er wiederholt dies notfalls 100-mal mit immergleicher Freundlichkeit, lässt sich durch keinen Fluch aus der Reserve locken.

Oder: Die Versicherung zahlt den Schaden nicht. Am Telefon begründet dies der KI-Bot damit, dass unser Fall mit 90% Wahrscheinlichkeit ein Betrugsfall sei, dies ergebe sich aus dem Vergleich von 100.000 ähnlichen Anträgen. Unser Protest verhallt, wird nur als neues Reaktionsmuster in der Datenbank hinterlegt, um den nächsten Anrufer noch effizienter von seinem Regulierungsanspruch abzubringen. Ein Mensch ist nicht zu sprechen.

KI braucht keinen Ermessensspielraum mehr, kein Auge wird mehr zugedrückt. Logisch und mit einem IQ hergeleitet und begründet, der den eines Menschen übersteigt, wird entschieden. Der Mensch allein hat verloren. Ihm fehlen das Wissen (= die Daten), die Rechenleistung, die treffenden Algorithmen und schließlich noch die Intelligenz und somit der Durchblick, um sich erfolgreich wehren zu können [40.1]. Droht eine freundlich-kalte Alltagsdiktatur ohne Mitleid?

Wer es sich leisten kann (und sofern das politische System es zulässt), wird seinerseits KI-Assistenten bemühen müssen. Dies könnte eine Art Siri 10.0 sein oder eine fortgeschrittene HRP 4c Begleiterin (Beitragsbild), die z.B. dem Kellner-Androiden juristisch Paroli bietet und ganz nebenbei die Einkaufstüten nach Hause trägt und schon mal den entspannten Medienabend mit Filmen und Musik aus der Retorte [41] inklusive Cocktail vorbereitet. Wer es sich aber nicht leisten kann, der wird sich als einzelner wohl ackselzuckend seinem Schicksal fügen, die „Wohltaten“ der schönen neuen KI-Welt genießen und den Rest so hinnehmen, wie er vorgegeben wird. Denn wie es zu den KI-Entscheidungen fortgeschrittener Algorithmen kommt, kann kein Mensch mehr nachvollziehen. Wir werden akzeptieren müssen, dass etwas „richtig“ ist, auch wenn wir nicht mehr verstehen können, warum.

Verantwortung übernehmen: Grenzen setzen

KI ist nicht böse. „Böse“ kann allenfalls der Zweck sein, der mit ihrer Hilfe verfolgt wird bzw. der Mensch, der sie zu unethischen Zwecken entwickelt oder einsetzt. Daher wird der Staat oder besser die internationale Staatengemeinschaft den Ordnungsrahmen anpassen müssen. Es ist anzunehmen, dass KI vorrangig von großen, möglicherweise international und vernetzt agierenden Unternehmen gepusht wird, wie es heute ja am Beispiel von Google, amazon und Apple zu sehen ist. Natürlich werden Großunternehmen alles dafür tun, KI so zu gestalten, dass sie die eigenen Ziele optimiert verfolgt und der Konkurrenz eher schadet. Wir wären blauäugig anzunehmen, dass diese oder andere Unternehmen das Wohl der Menschheit immer in den Mittelpunkt all ihrer Bestrebungen stellten – ganz zu schweigen von kriminellen Organisationen. Daher müssen Politik, Verwaltung, Gerichtswesen, Polizei und andere Staatsorgane ebenfalls auf KI setzen, um die Einhaltung der noch zu schaffenden Gesetze garantieren zu können. Benötigt wird z.B. eine international operierende KI-Force, von der eine besondere Loyalität zu Regeln und Gesetzen erzwungen werden sollte.

Doch welche Grenzen sollen und können wir Künstlicher Intelligenz überhaupt setzen? Die Idee eines „Notfallschalters„, der es dem Menschen ermöglichen soll, autonom wirkende KI im Ernstfall einfach auszuknipsen, berücksichtigt die künftige Komplexität nicht. In Kürze wird der Mensch nicht nur nicht mehr „durchblicken“, weil ihm die Fähigkeiten dazu fehlen; er kann selbst das Risiko des Abschaltens und seiner Folgen in der globalisierten, vernetzten Welt nicht mehr beurteilen und benötigte zu dessen Abschätzung wiederum KI. Denken wir an selbstregelnde Verkehrssteuerung, weltweites Transportwesen, Energieversorgung, Produktionsanlagen, in denen kein Mensch mehr tätig ist uvm. Hinzu kommt, dass wir es mit einem System vernetzter hochintelligenter Bots in der Cloud zu tun bekommen, die sich gar nicht mehr eindeutig verorten und somit auch nicht gezielt eliminieren ließen. Ist vielleicht der Überlebenswille universell und entsteht ab einer bestimmten KI-Komplexität von selbst? Spätestens dann hätten wir, bei einer sogenannten „Singularität„, mit „Ausknipsversuchen“ wenig Chancen mehr [42]. Man müsste mal kurz die Welt resetten, d.h. Strom und Internet global ausschalten, anschließend vorsichtig einzelne Systeme schrittweise wieder hochfahren. Ein ziemlich abwegiger Gedanke.

Andere Vorschläge sind, die Entwicklung von KI-IQ auf den IQ des Durchschnittsmenschen gesetzlich zu beschränken oder wenigstens die Vernetzung von KI zu verhindern. Aber ließe sich eine solche IQ-Begrenzung überhaupt international politisch durchsetzen, wo auf der anderen Seite Milliardengewinne winken? Wo wir in einer Zeit leben, da Multilateralismus gerade nicht mehr „en vogue“ ist und die USA internationale Abkommen kündigen? Ist das Bewusstsein für die Folgen einer uneingeschränkten Entwicklung von KI schon ausreichend vorhanden, um für solche Abkommen erfolgreich argumentieren zu können? Es scheint derzeit ja eher so, dass Industrie und Politik bei der KI-Entwicklung weltweit scheuklappenartig – und auch blauäugig – aufs Tempo drücken. Viel Zeit bleibt nicht mehr, wenn der KI-IQ den Wert von 100 im Jahre 2025 knacken sollte. Aber selbst wenn es politisch aussichtsreicher wäre: Wie soll technisch/androidal verhindert werden, dass selbstlernende Androiden nur bis zu einer bestimmten Grenze lernen dürfen – was soll im Ernstfall geschehen? Wollen wir zu schlaue Roboter dann „umbringen“, selbst wenn sie uns wie Sophia traurig anschauen und vielleicht sogar Tränen vergießen können? Womit wollen wir diese Art der „Todesstrafe“ legitimieren?

Sinnvoll wäre es allemal, einen Katalog von unveräußerlichen Werten und Geboten in KI-Sprache zu übersetzen und deren Implementation grundsätzlich zu verordnen. Der Präsident von Microsoft, Brad Smith, schlug vor, einen Verhaltenskodex aufzustellen, wie etwa eine Digitale Genfer Konvention, um Risiken der Künstlichen Intelligenz zu verringern [43]. Das Strafgesetzbuch müsste auch für autonom agierende Androiden gelten, ihnen implantiert werden, damit KI-Kriminalität von vornherein ausgeschlossen wäre. Sinnvoll wäre kurzfristig sicher eine Vorschrift, wonach sich kein Bot (auch nicht am Telefon) als Mensch ausgeben darf. Die „Robotergesetze“ des Science-Fiction Autors Isaac Asimov könnten die Grundlage für einen Verhaltenskodex sein [43.1].

Selbst wenn im Jahre 2100 KI mit einem IQ von 500 zu dem nicht von der Hand zu weisenden Schluss käme, dass der Mensch die Hauptursache von Klimakatastrophe und Artensterben ist, dass er die Erde „befallen“ hat wie Läuse eine Pflanze, so muss es bei der Schlussfolgerung bleiben, darf nicht zur naheliegenden Handlung führen, die Menschen besser von der Erde zu tilgen ( Over and Out[43.2]. Eine Schlussfolgerung, die wir selbst tagtäglich ohne moralisches Zögern an den Läusen exzerzieren. KI-Bots sollten auch im prä-kriminellen Kontext begrenzt werden, z.B. müssen Lüge und Manipulation (die „intelligente“ logische Weiterdenke von Werbung) ebenso ausgeschlossen werden wie Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus [44].

Weitere Entwicklungssprünge stehen bevor: Wollen wir es zulassen, dass Androiden möglicherweise zu „Personen“ werden, mit dem entsprechenden Bewusstsein eines „Selbst“, nur weil wir etwas zum „Spielen“ brauchen? Soll sich KI autonom weiterentwickeln, reparieren, vermehren können? Dieser Zeitpunkt wird gemeinhin als „Singularität“ (s.o.) definiert – schon 2025 könnte es soweit sein. Lässt sich diese Entwicklung überhaupt aufhalten? Der Mensch hätte damit eine neue Tertiärwelt erschaffen, eine Art künstlicher Natur, die sich seiner Kontrolle immer mehr entziehen würde. Eine neue Spezies, die uns zwar hilft, die wir aber nicht verstehen und die sich uns nicht erklären kann: Bei einer Zusammenschaltung zweier Androiden entwickelten diese in rasender Eile eine eigene „Sprache“ und mussten schließlich abgeschaltet werden, da die Entwickler das Geschehen nicht mehr verstanden [45] – heute geht das noch.

Oder wollen wir Individuen-Androiden und dann trotzdem die Kontrolle erzwingen und diese künstlichen Individuen rechtlos lassen? Die Folge wäre eine Art Sklavengesellschaft 2.0, mit den entsprechenden Gewaltmaßnahmen und Konfliktfolgen (wie in der TV-Serie „Humans„). Unsere moderne demokratische Gesellschaft, die auf Freiheit und Gleichheit baut, verlöre ihre Legitimation.

In seiner Erzählung „Waffensysteme des 21. Jahrhunderts oder The Upside Down Evolution“ schilderte Stanislaw Lem 1983, wohin die gemeinsame Entwicklung von KI und Nanotechnologie möglicherweise auch führen könnte: In eine Welt, in der Naturereignisse durch Menschen nicht mehr von „künstlichen“ Ereignissen zu unterscheiden wären. Nur dass, bei der heute erkennbaren hohen Entwicklungsgeschwindigkeit, diese künstliche Natur hochintelligent und dem Menschen haushoch – und weiter zunehmend – überlegen wäre. Nicht grundlos warnten der Physiker Steven Hawking vor KI [46] und sogar Elon Musk, der möglicherweise letzte unbeirrte Fortschrittsoptimist [47], vor einer ungebremsten „euphorischen“ Entwicklung.

Was bleibt für den Menschen übrig, wenn Maschinen alles besser können als er? Wird es künftig noch etwas geben, dass ihn einzig macht? Die verzweifelte Suche nach solchen letzten Werten wird einfach aufzugeben sein. Seine Rechenkunst ist es schon lange nicht mehr, die Logik auch nicht. Sprache, Kom­mu­ni­ka­tions­fähig­keit, Intelligenz, Kreativität, Arbeitsleistung werden es nicht mehr sein. Die Selbsterkenntnis macht den Menschen bald auch nicht mehr einzigartig, wenn es nach den Plänen der Entwickler geht. Und selbst Kontemplation, Sozialleben und Vermehrungsfähigkeit stehen demnächst zur Disposition. Wir müssten dann akzeptieren lernen, dass wir etwas Fremdes geschaffen haben, das größer ist als wir selbst und unseren Adelstitel als „Krone der Schöpfung“ ein für alle Mal an den Nagel hängen.

Droht eine „Entwertung“ des Menschen? Er wird im Job ersetzbar, aber wird er auch überflüssig, ökonomisch eher zum Subventions-, gar zum Störfaktor, wenn er nicht genug Geld zum Konsumieren mitbringt [48]? Ist er nicht – im Hinblick auf die Umwelt des Planeten – schon jetzt ein Schädling? Das unaufhörliche Bevölkerungswachstum – bald werden es 10 Milliarden Menschen sein – könnte zusätzlich zu einer inflationären Entwertung des Einzelnen führen.

Es ist an der Zeit, dass wir uns besinnen. Uns darüber klarer werden, was wir als Menschen wirklich brauchen, wohin wir wollen und wo die Grenzen zu ziehen sind. Der Mensch muss und wird sich verändern – das kann er, wenn es nicht zu schnell geht. Seien wir zufrieden mit unserem Durchschnittsplatz in der Evolutionsgeschichte, mit Freude am Leben, Familie und Freundschaft, (wachsendem) inneren Reichtum, menschlicher Nähe und Kreativität, Spiel und Neugier. Mit Liebe zu Menschen, zur Natur, zum Planeten. Arbeit überlassen wir der Superintelligenz, mit der wir allerdings lernen müssten, friedlich in unverstandener Symbiose zu leben – wenn wir dies denn wollen.


[1] „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. […] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“ Oskar Lafontaine im STERN vom 15. Juli 1982 zur Diskussion um den NATO-Doppelbeschluss.
[2] siehe Hans Kammler, Chefingenieur der SS und u.a. verantwortlich für den Bau von Ausschwitz. Versteckten die USA den Chef-Ingenieur der SS?
[3] Wikipedia: Louis Leon Thurstone
[4] berufsstrategie.de: Emotionale Intelligenz – Klugheit der Gefühle
[5] planetwissen.de: Intelligenz bei Tieren
[6] Wikipedia: Konrad Zuse
[7] COBOL ist die einzige Programmiersprache, die von einer Frau entwickelt wurde. Wikipedia: COBOL
[8] Zeit: Als Deep Blue das Genie Garry Kasparow schlug
[9] fortune: Google’s Go Computer Beats Top-Ranked Human. AlphaGo, ein Programm auf der Grundlage von Google AI gewann 2016 gegen den Koreaner Lee Sedol, einen der besten Go-Spieler der Welt.
[10] ORF: Ermittlungen aufgenommen
[11] Wikipedia: Joseph Weizenbaum
[12] Wikipedia: ELIZA
[13] Heise: Verriss des Monats: 47% Hilfe, Wikipedia: Carl Rogers.
[14] Wikipedia: ELIZA effect
[15] DLF: Vom Psychiater inspirierte künstliche Intelligenz
[16] Welt: *lol*, schreibt der Chatbot
[17] Beispiel – Youtube: iPhone 5S – Lustige Antworten
[18] dasnetz.online: Treffen sich zwei Computer. Sagt der eine …
[19] management-circle.de: Künstliche Intelligenz in der Versicherungsbranche. Der Beitrag gibt einen guten Überblick zum KI-Stand bei einzelnen Versicherungsgesellschaften.
[20] HealthCare in Europe: Künstliche Intelligenz zieht in Hautkrebs-Diagnostik ein, VRODO: KI-Pathologe: Künstliche Intelligenz erkennt Lungenkrebs samt Genmutation
[20.1] Wired: DeepMind-Algorithmus AlphaFold sagt Bausteine des Lebens voraus
[21] advotisement.de: IBM ROSS – Künstliche Intelligenz für Anwälte
[22] SpringerProfessional: KI setzt in der Automobilproduktion Milliarden frei
[23] Aus feministischer Sicht versucht das Patriarchat so, dem Weiblichen seine lebensspendende Fähigkeit streitig zu machen und bzw. diese zu entwerten.
[24] Hanson Robotics: Why build Robots with Faces?
[25] Sputniknews: Roboter mit Absicht zur Vernichtung der Menschheit zu Gast bei der Uno
[26] t3n: Google-KI doppelt so schlau wie Siri – aber ein Sechsjähriger schlägt beide
[27] Hanson Robotics: Exploring Sophia’s multiple intelligences
[28] Wikipedia: Sophia (Roboter)
[29] Welt: Roboter in Altenheim – Paula hilft bei Einsamkeit
[30] Handelsblatt: The New German-Japan Alliance
[31] New Statesman: Why do we give robots female names? Because we don’t want to consider their Feelings. Die Autorin Laurie Penny zieht eine interessante Parallele von Androiden zu Frauen – das heutige männliche Verhältnis zu Robotern ähnele dem, das jahrhundertelang stereotyp zu Frauen bestand und noch besteht. Die Frage ist, ob KI diese Stereotypen übernehmen oder überwinden soll.
[32] futurezone.at: Sexroboter: „Gibt genügend echte Menschen, die Zuneigung brauchen“
[33] Campaign Against Sex Robots: Ethics of Robotics
[34] Centre for Analysis of World Arms Trade (CAWAT): На полигоне «Цугол» были применены робототехнические комплексы «Уран-6» и «Уран-9»
[35] Stern: Das Ende der Moral – im nächsten Krieg werden Roboter kämpfen
[36] Wikipedia: Unbemanntes Luftfahrzeug
[37] Sputniknews: Herausforderung für die USA? – Experte zu russischen Kampf-Robotern
[38] Heise: Putin: Wer bei KI in Führung geht, wird die Welt beherrschen
[39] Jack Ma, der Gründer des chinesischen Internetkonzerns Alibaba: Es mache keinen Sinn, in Konkurrenz mit den KIs und Robotern treten zu wollen. Die Schüler sollten von den Schulen dazu ausgebildet werden, möglichst innovativ und kreativ zu sein (Wikipedia: Künstliche Intelligenz, unter „Soziale Auswirkungen“).
[40] Das Startup snics aus Wien hat eine App mit KI entwickelt, welche die Energiezufuhr einer Mahlzeit berechnen kann. Die KI ermittelt die Nahrungsenergie je Speise und die resultierende Energiezufuhr anhand von Standardportionen. Ein Restaurantbetreiber könnte diese oder ähnliche KI nutzen, um möglichst preisgünstige Menüs anzubieten, die nur das Nötigste enthalten bei maximalem Geschmackserlebnis und Sättigungsergebnis (Wikipedia: Künstliche Intelligenz, unter „KI in sonstigen Bereichen“).
[40.1] KI erkennt wissenschaftliche Zusammenhänge und gewinnt Erkenntnisse, die der Mensch nicht nachvollziehen kann. VRODO: KI-Pathologe: Künstliche Intelligenz erkennt Lungenkrebs samt Genmutation. Forscher arbeiten daran, das „Black-Box-Prinzip“ von KI durch mehr Transparenz zu verbessern, indem diese zu einer Art Dokumentation ihrer Entscheidungswege gezwungen würde: wissenschaft.de – Interview zur Künstlichen Intelligenz: „Schluss mit der Black Box!“
[41] Sunspring ist der erste Kurzfilm (2016), dessen Drehbuch von einer KI geschrieben wurde.
[42] Wikipedia: Menschheit 2.0
[43] Wikipedia: Künstliche Intelligenz, unter „Vorschläge zum Umgang mit KI“.
[43.1] Roboterwelt: Die Robotergesetze von Isaac Asimov
[43.2] Diese Schlussfolgerung trifft in dem postapokalyptischen Science-Fiction-Film „Sigularity“ (2017) z.B. die weltumspannende KI „Kronos“ und vernichtet 8 Milliarden Menschen. Dass die These vom „Schädling Mensch“ eine gewisse Logik hat, ist nicht von der Hand zu weisen.
[44] Bislang ist das nicht der Fall und führt zu befremdlichen Situationen, wenn z.B. zwei miteinander gekoppelte Chatbots sich gegenseitig der Lüge bezichtigen oder behaupten, jeweils ein Mensch zu sein. Der Bot Tay von Microsoft trainierte sich antisemitische, rassistische und frauenfeindliche Äußerungen an. Golem: Microsofts Chat-Bot wird zum Rassisten.
[45] FastCompany: AI Is Inventing Languages Human’s Cant’t Understand. Should We Stop It?
[46] Handelsblatt: Physiker warnt vor künstlicher Intelligenz
[47] Manager-Magazin: Elon Musk fürchtet künstliche Intelligenz
[48] Denkbar wäre eine Art KI-Steuer, aus den Einnahmen könnte ein Grundeinkommen finanziert werden. Microsoft-Gründer Bill Gates fordert z.B. eine Robotersteuer, um die sozialen Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können. Elon Musk unterstützt die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.


Hinweise nach UrhG

6540.1   Unknown (Smithsonian Institution), CC BY 2.0 09.09.2021.  

6540.2   PC-Screenshot von einem Live-Chat mit Mitsuku (Pandorabots), 2018, Bildzitat gem. § 51 UrhG.  

6540.3   Kapa65 via pixabay 09.09.2021.  

6540.4   Klassik Stiftung WeimarYoutube-Terms 09.09.2021  

6540.5   The Tonight Show Starring Jimmy FallonYoutube-Terms 09.09.2021  

6540.6   Hanson Robotics Limited insb. ab 1:05,  Youtube-Terms 09.09.2021  

6540.7   Thomas Lohnes/Getty Images via Getty Images 12.09.2021.  

6540.8   Links: YOSHIKAZU TSUNO/AFP via Getty Images 11.09.2021, rechts: TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images 11.09.2021  

6540.9   Screenshot aus verlinktem Video (bei 4:29) gem. §50ff UrhG, Engadget  Youtube-Terms 12.09.2021  

6540.10   Mil.ru, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons, 12.09.2021.  

6540.11   enrigue8  Youtube-Terms 12.09.2021  

© Rechte am Beitragsbild: Screenshot aus Youtube-Video von Slayt Gösterim (0:10 min), Youtube-Terms gem. §50ff UrhG, 12.09.2021. 


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