Wozu haben Zebras Streifen?

Wissenschaft kann unterhaltsam sein und sich mit Fragen befassen, die uns Kinder schon immer erfolglos gestellt haben. Zum Beispiel: Warum haben wir 10 Finger und nicht nur acht? Warum hat die Giraffe nicht nur einen langen Hals, sondern am Kopf zwei Höcker? Das Zebra-Geheimnis schien 2019 gelüftet: Die schwarz-weißen Streifen irritieren Pferde­bremsen derart, dass sie die Landung auf dem Fell nicht gut hinbe­kommen. Bremsen oder die Tse­tse­fliege können nicht recht­zeitig bremsen und knallen gegen die Tiere, prallen von ihnen wieder ab oder brausen vorbei. Anschei­nend stören die „Brems(en)­streifen“ bei der richtigen Ent­fernungs­schätzung [1].

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Abb. 1: Video bei Wikipedia – Zebrastreifen als evolutionäres Plus.

Die Insekten suchen sich lieber einfarbige, am besten dunkle Ober­flächen, dort klappt es mit der Landung besser. Und da die Bremsen der Gattung Tabaninae und Glossiniden (Tsetsefliege) in Afrika häufig Krank­heiten übertragen, die für Pferde wie Zebras tödlich enden, war das Streifen­muster ein evolu­tionärer Vorteil. Einiges spricht für diese Plage­geister-Theorie, so dass selbst Wiki­pedia in einem netten Kinder-Video diese unter­haltsam vertritt (Abb. 1) [2].

Wie haben die Forscher das herausgefunden? Auf einer Weide eines Hofs bei Hill Livery, Dundry, North Somerset in England beob­achteten der Bio­loge Tim Caro und seine Helfer echte Zebras und ein­farbige Pferde aus einer Ent­fernung von ein bis zwei Metern und wer­teten Kamera- und Video­auf­nahmen aus. Akri­bisch ver­folgten sie den An­flug der beißen­den Insek­ten und zeich­neten ihr Ver­halten auf. In einem zweiten Versuch zogen sie Pferden eine Art weißen Poncho über, den sie vorher mit schwar­zen Stoff­streifen ver­sehen hatten (Abb. 2). Die derart kostü­mierten Pferde wurden auf eine Nachbar­weide neben unver­kleidete Braune gestellt. Beide Versuche ergaben: die ge­streifte Ober­fläche irritierte die Blut­sauger, sie brachen ihre „An­griffe“ signi­fikant öfter ab und lande­ten wenn, dann nur sehr kurz auf den Zebras bzw. den Zebra­dar­stellern. Leich­ter hatten sie es am ein­farbigen Pferd [3].

Zebra schaut

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Abb. 3: Steppen­zebras im Berliner Zoo.

Aber wenn das schwarz-weiße Muster so vorteilhaft ist, warum haben andere Tiere nicht auch diese Fell­musterung entwickelt? Und müssen es Streifen sein? Ein Forscher­team ist genau dieser letzten Frage nach­gegangen und hat fest­gestellt, dass auch unser schwarz-weiß gefleck­tes schwarz­buntes Niede­rungs­rind, die Hol­stein-Kuh (Abb. 4) oder das braun-weiß gefleckte Pinz­gauer Rind von Para­siten und Bremsen eher verschont wird als das ein­farbige „Braun­vieh“. Je heller das Fell und je kleiner die dunklen Flecken, desto unattrak­tiver ist das Fell für angrei­fende blut­saugende Tabaniden, auch in unseren Breiten. Da der lästige Insekten­befall das Wachs­tum und auch die Milch­produktion der Rinder beein­trächtigen, schlagen die Forscher vor, Rassen mit vielen kleinen dunklen Flecken zu züchten [4].

Dieses Prinzip ließe sich prak­tisch auch auf mensch­liche Kleidung über­tragen: Durch das Tragen gestreifter oder gepunkteter Tücher kann man sich vor den Blutsaugern schützen. Nicht empfeh­lenswert ist dagegen ein­heitlich dunkle Klei­dung. Man könnte mit Dalma­tinern einen Gegen­versuch starten: Diese müssten ja wegen ihrer Musterung deut­lich besser vor Bremsen geschützt sein als etwa ein Weimaraner.

Ein Team um Martin How von der University of Bristol beschrieb 2020, dass der Bremsen­abwehr-Effekt selbst dann auftritt, wenn Pferde in schwarz-weiß karierte Decken gehüllt würden, oder wenn die Streifen waage­recht verlaufen statt senkrecht [5] – was bei Steppen­zebras (Equus quagga) an der hinte­ren Körper­hälfte und an den Beinen schließ­lich auch der Fall ist (Abb. 3). Die Quer­streifen hatten sogar den größeren A­bwehr-Effekt, was übri­gens schon eine Studie von 1992 für Tse­tse­fliegen nach­gewiesen hatte [6] und eine ähn­liche Studie 1988 auch für Stall­fliegen [7]. Ein schmale­res Streifen­muster mit mehr Streifen schreckt Bremsen besser ab als breitere Streifen [8] – ist das Grévy-Zebra (Abb. 5) daher bei der Insekten­abwehr erfolg­reicher als das Steppen- oder Berg­zebra? Eine verglei­chende Unter­suchung steht noch aus …

Und viele Fragen offen

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Abb. 5: Das enger gestreifte Grévy-Zebra kann man auch im Tierpark Berlin bewundern.

Wie so oft in der Wissen­schaft: Jede Antwort generiert neue Fragen. Vielleicht werden die Insekten auch von den wider­sprüch­lichen Temperatur­ver­hält­nissen auf der Zebra-Oberfläche irritiert, weniger von den Farben: Schwarze Fell­streifen sind deutlich wärmer als weiße. Die Frage ist auch, ob die Bremsen in unseren Breiten sich tat­sächlich gleich ver­halten wie die im tropi­schen Afrika – davon gingen die Forscher einfach aus. Logisch wäre es eigentlich, wenn die Insekten sich an die gestreifte Heraus­forderung im Laufe von Jahr­zehn­tausenden ihrer­seits ang­epasst hätten. Zusätzlich wirkt der Geruch der Zebrahaut abschreckend auf Bremsen [9] – vielleicht sogar stärker als die Streifen.

Die Frage, warum gerade diese Art von Streifen­muster und warum ausge­rechnet in den Farben schwarz und weiß hervor­gebracht wurden, ist nicht ein­deutig beant­wortet. Zumal ja bewie­sen wurde, dass Karos die gleiche Wirkung haben – warum sind Zebras nicht gefleckt oder gar kariert [10]?

Ferner wurden dem schwarz-weißen Zebra­muster in den Studien stets nur einfarbiges Grau, Braun oder Schwarz gegenüber gestellt – wie aber sähe es mit schwarz-gelben, braun-weißen oder sogar grün-roten Streifen (Komplementärfarben) und andersfarbigen, anderen Mustern aus? Bei Meerkatzen finden sich sehr farben­frohe Gestaltungen – in diesen Fällen ist aber noch niemand auf die Idee ge­kommen, diese könn­ten der Ab­schreckung von Insek­ten dienen.

Als ein­deutig kann die Insekten-Ab­schreckungs-Theorie daher noch nicht gelten – wir wissen noch zu wenig über Psycho­logie und Wahr­nehmung von saugenden Insekten und anderen Schma­rotzern wie Zecken [11].

Machen Streifen kalt?

Und daher gibt es auch andere Erklärungs­versuche. Einer davon wirkt auf den ersten Blick lustig: die „Kühlungs­these“. Wegen der Streifen erhitze sich das Fell der Tiere ungleich­mäßig und damit auch die Luft darüber, heißt es. Die Luft am Zebra bewege sich schneller als an einem ein­farbigen Tier. Heiße Luft steige schneller auf als warme, so bildeten sich Luft­wirbel, die das Fell kühlen.

Aber wenn es so einfach wäre, könnten wir im Sommer zur Kühlung schwarz-weiß gestreifte Klei­dung tragen oder Häuser rund ums Mittel­meer schwarz-weiß anstrei­chen statt einfach nur weiß. Welche Energie­mengen man so sparen könnte – teure Klima­anlagen würden über­flüssig! Warum hat sich das nicht durch­gesetzt? Vermut­lich, weil es den Kühlungs­effekt durch ge­streifte Muster so nicht gibt.

Susanne Akesson von der schwe­dischen Universität Lund führte 2018 ein ent­spre­chendes Experi­ment durch: Auf einem Feld wurden in verschieden gefärbte Felle gehüllte Wasser­fässer gelegt, darunter auch zwei mit Streifen bzw. Zebra­muster (Abb. 6). Ob Streifen oder nicht: die Wasser­temperatur in den Zebra­fässern blieb im mittleren Bereich, als wären sie einheitlich grau [12].

Was die Forsche­rin aber nicht berück­sichtigt hatte, waren Schweiß­drüsen. Im Gegen­satz zu Hunden oder Katzen [13] besitzen Pferde am Körper solche nämlich zur Kühlung. Die schnellere Luft­bewegung könnte nun für eine bessere Verdun­stung sorgen. Die schwarzen Haare sind zudem aufricht­bar (die weißen nicht), was vermut­lich die Verdunstungs­wirkung in den bis zu 15 Grad wärmeren schwarzen Fell­be­reichen erhöht [14]. Zusätz­lich sondern Pferde eine besondere Eiweiß-Verbindung ab (eine Art Spül­mittel), welche die Oberflächen­spannung von Wasser aufhebt und die Ver­dunstung weiter begünstigt. Eine Frage bleibt aber auch hier offen: Wenn sich so tatsäch­lich ein signi­fikanter zusätz­licher Kühlungs­effekt erzielen lässt – warum haben dann zum Beispiel Wüsten­tiere wie Kamele oder der Wüsten­fuchs keine Streifen?

Streifen zur Tarnung?

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Abb. 7: Zebras in der Serengeti – wieviele Tiere sehen Sie?

Schon Charles Darwin machte sich so seine Gedan­ken zum Thema [15]. Er und sein Kollege und Alfred Russel Wallace glaubten, die Strei­fen könnten im hohen Gras der Savanne bei heißer, flimmern­der Luft als Tarnung dienen – wie etwa bei Tigern. Eine ähnliche Hypo­these besagt: Die Streifen lassen Individuen einer Zebra­herde optisch miteinander ver­schwimmen und verwirren mög­liche Angreifer wie Löwen oder Hyänen (Abb. 7). Wenn man keinen Anfang und kein klares Ende er­kennen kann – wo soll man dann angreifen?

Die Tarnungs­these erscheint auf den ersten Blick völlig wider­sinnig, denn es gibt eigent­lich kaum etwas Auffallen­deres als ein schwarz-weißes Zebra. Einen Sinn ergibt sie vielleicht, wenn man sich in die Wahr­nehmung der Fressfeinde versetzt. Löwen oder Hyänen nehmen Farben nämlich schlechter wahr als Menschen und sehen im wesent­lichen Grautöne. Aus einer Entfernung von mehr als 50 Metern (tagsüber) bzw. 9 Metern (nachts) erscheinen den Löwen die Zebras fast einfarbig grau. Somit haben Streifen zumindest keine gegen­teilige, auf­fälliger machen­de Wir­kung. Eine Gras­land­schaft erscheint den Jägern eher senk­recht gelb-grau gestreift – vor diesem Hinter­grund ist ein gewisser Zebra­streifen-Tarn­effekt vielleicht doch nicht ganz auszu­schließen [16].

Doch die Tarnungs­these gilt seit 2016 als im wesent­lichen wider­legt [17]. Zebras werden in Afrika deut­lich häufiger Opfer von Löwen­attacken als andere Tiere [18] und das nicht nur wegen ihrer passenden „Gewichts­klasse“ [19]. So ent­schied die Evolution offen­sichtlich: Die Gefahr an über­trag­baren Krank­heiten zu sterben, ist im tropi­schen Afrika größer, als von einem Löwen ge­fressen zu werden. Besser auf­fallende Strei­fen statt Bremsen­bisse.

Warum sind Tiere gemustert?

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Abb. 8: Streifenmuster als Gefahrensignal? Bei einem Krait-Biss liegt die Überlebensrate nur um 65%.

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Abb. 9: Die selten gewordene dunkle Zweizahnbiene (Dioxys tridentata) ist schwarz-weiß gestreift.

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Abb. 10: Die auch in Europa häufige Zebra- oder Harlekin-Springspinne wird maximal 1cm groß und ist für Menschen harmlos.

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Abb. 11: Der Schwarzschwanz-Preussenfisch (Dascyllus Melanurus) verteidigt sein Revier aggressiv gegen Artgenossen.

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Abb. 12: Streifen-Stinktier (Skunk) – schwarz-weiß als Warnsignal?

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Abb. 13: Der Katta hat einen auffallenden schwarz-weißen Schwanz. Erinnert er an den giftigen Krait?

Generell ist die Frage, welchen Zweck die Haut- oder Fellfärbung bei Tieren hat. Gestreift sind auch Tiger, Katzen oder Streifen­hörnchen. Gefleckt sind Geparden, Leo­parden oder Giraffen. Ge­streifte Schlan­gen wie der Malai­ische Krait (Abb. 8) und Insek­ten wie die Biene, Wespe, Hornisse oder einige Spinnen­arten (rote und schwarze Witwe) signa­lisieren mit auf­fallenden Farben: Komm’ mir nicht zu nahe – ich bin giftig! Andere ungif­tige Tiere ahmen die Fä­rbungen nach wie die Schlupf­wespe oder die Dick­kopf­fliege (Mimikry).

Warum Fische bunt sind, weiß man nicht genau. Als Gründe für die Schwarz-weiß-Färbung des Schwarz­schwanz-Preußen­fisches (Abb. 11) werden z.B. ver­mutet: Ab­grenzung des Terri­toriums (Ab­schreckung von Art­genossen zur Vertei­digung des Reviers), Iden­tifi­kation von Art­genossen (wie beim Zebra ist die Muste­rung der Fische so individuell wie ein Finger­abdruck beim Men­schen) und selbst ein Tarn­effekt wird bei den exzentrisch gemusterten Fischen nicht ausge­schlossen [20].

Das Stink­tier (Abb. 12) ist auf­fallend schwarz-weiß gefärbt – wer ein­mal eine Ladung abbe­kommen hat, merkt sich die Glei­chung schwarz-weiß = unan­genehm, besser weg hier [21].

Bei wieder anderen weiß man es nicht genau: Wozu dienen das Kobalt­blau des Eis­vogels oder das Grell­orange des Clowns­fischs, das schillern­de Bunt des Pfaus, Kampf­fisches oder Paradies­vogels wirklich? Männ­liche Man­drillen haben Hinter­teile in Blau und Rosa, angeblich um ihren sozialen Status anzuzeigen. Aber warum haben sich gerade diese Farben und diese Muster durchgesetzt? Auch andere Meer­katzen­artige wie Husaren­affen, Süd­liche Grünmeer­katzen, Zwergmeer­katzen und Lomami-Meer­katzen haben ungewöhn­liche Fell- und Haut­farben. Ob diese Farben auch Bremsen abwehren, wurde noch nicht unter­sucht. Eben­falls offen ist die Frage, warum Lemuren wie der Katta (Abb. 13) einen schwarz-weiß gestreiften Schwanz haben.

Vielleicht gilt der Abschreckungs­aspekt auch für Zebras? Könnte den Zebras nicht allein schon ein bißchen Respekt helfen, den ihr Out­fit bei Raub­tieren auslöst und sie auf Abstand hält? Oder vielleicht finden sich Zebras wegen ihrer Streifen einfach gegenseitig sehr attraktiv, was bei der Vermehrung hilft? Denn attraktiv sind sie ja, sonst würden sich nicht so viele Wissen­schaftler mit ihnen beschäf­tigen 🙂

Die Natur ist multi­faktoriell; nie­mals kann eine Wir­kung auf nur eine Ursache allein zurück­geführt werden. Die Natur bildet ein Geflecht von Wechsel­wirkungen und „Survival of the Fittest“ [22] heißt, in diesem gefähr­lichen Wirr­warr am besten klarzukommen. So wird auch die Frage, warum die Evo­lution nun ausgerechnet zum Zebra­muster geführt hat, nicht allein auf die Bremsenproblematik zurückgerechnet werden können. Man darf sich nicht der Illusion hin­geben, dass Wissen­schaft alles, bis ins letzte Detail, ergründen kann. Der Untersuchung­saufwand hierfür wäre am Ende womöglich größer als die Welt, die es zu unter­suchen gilt.

Sind Zebras eigentlich schwarz mit weißen Streifen oder weiß mit schwarzen? Wenig­stens diese Frage ließ sich leicht beant­worten. Forscher „rasierten“ ein Zebra und stellten fest: die darunter liegende Haut ist schwarz (wie übrigens auch an den Nüstern), auch dort, wo das Fell weiß ist. Mithin lautet die Antwort: Ein Zebra ist schwarz mit weißen Streifen [23].

84 Aufrufe – 07.06.2024


Fußnoten

[1] Der Biologe Tim Caro von der Universität Bristol sah die Abschreckungsthese 2019 durch seine Experimente bestätigt. n-tv.de: Kurioses Experiment – Rätsel um Zebrastreifen scheint gelöst, Studie bei journals.plos.org: Benefits of zebra stripes: Behaviour of tabanid flies around zebras and horses (02/2019). Das dem so sein könnte, wurde schon 1940 vermutet (Harris RHTP. Bericht über die Bionomik der Tsetsefliege. Peitermaritzburg. 1940. Südafrika: Provinzverwaltung von Natal). 

[2] wikipedia.de: Zebras. Zu den durch Pferdebremsen und die Tsetsefliege übertragenen Krankheiten gehören die berüchtigte Tierseuche Nagana und die Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit), Pferdeanämie, Pferdegrippe. Die Insekten übertragen viele weitere Krankheiten wie Milzbrand, Weilsche Krankheit, Tularämie und Lyme-Borreliose und auch Parasiten wie den Augenwurm Loa loa auf den Menschen. Trotzdem gibt es keine schwarz-weiß gestreiften Menschen, warum nicht? 

[3] journals.plos.org: Benefits of zebra stripes: Behaviour of tabanid flies around zebras and horses (02/2019). Zebras haben zusätzlich aggressivere Abwehrmechanismen: Mit dem längeren Schwanz erreichen sie 25 Prozent der Körperoberfläche. Sie schütteln den Kopf, schnappen nach den Insekten und laufen davon. Pferde reagieren oft nur mit Muskelzucken, um sie zu vertreiben.

[4] journals.plos.org: Spottier Targets Are Less Attractive to Tabanid Flies: On the Tabanid-Repellency of Spotty Fur Patterns (08/2012). „Tabanid flies respond strongly to linearly polarized light, and we show that bright and dark parts of cattle coats reflect light with different degrees and angles of polarization that in combination with dark spots on a bright coat surface disrupt the attractiveness to tabanids.“ – Je heller das Fell und je kleiner die dunklen Flecken, desto unattraktiver ist das Fell der Rinder für angreifende blutsaugende Bremsen. 

[5] royalsocietypublishing.org: Zebra stripes, tabanid biting flies and the aperture effect (08/2020). 

[6] resjournals.onlinelibrary.wiley.com: Do tsetse flies ’see‘ zebras? A field study of the visual response of tsetse to striped targets (06/1992). 

[7] cambridge.org: Landing responses of the tsetse fly Glossina morsitans morsitans Westwood and the stable fly Stomoxys calcitrans (L.) (Diptera: Glossinidae & Muscidae) to black-and-white patterns: a laboratory study

[8] journals.plos.org: Spottier Targets Are Less Attractive to Tabanid Flies: On the Tabanid-Repellency of Spotty Fur Patterns (08/2012): Je schmaler die Streifen und je kleiner die Flecken, desto geringer ist ihre Attraktivität für Tabaniden. 

[9] journals.plos.org: Zebra skin odor repels the savannah tsetse fly, Glossina pallidipes (Diptera: Glossinidae) (10/2019). Die Forscher stellten fest, dass eine Mischung aus Kuhurin und Aceton (reife Äpfel) die Tsetsefliege anlockt (Fallenbau). Von Zebras gewannen sie Odeur-Extrakte („Um Kontaminationen mit menschlichem Geruch und Zebrakot zu minimieren, wurden mit latexbehandschuhten Händen Hautgerüche gesammelt und die Hinterbeine, die Analregion und die Genitalien der Tiere sorgfältig gemieden“) und stellten fest, dass eine Mischung aus 6-Methyl-5-hepten-2-on (Aldrich, 99%), Acetophenon (Sigma-Aldrich, ≥ 99%); Geranylaceton (Aldrich, 65% Geranylaceton und 35% Nerylaceton), Heptanal, Octanal, Nonanal und Decanal (Aldrich, 95%) tatsächlich die Tsetsefliege vertreibt. Das könnte erklären, warum sich Fliegen, selbst wenn ihnen die Landung gelungen ist, durchschnittlich nur kurz (ca. 1 Sekunde) auf dem Zebra aufhalten. Nun geht es darum, für Mensch und Tier ein nachhaltiges „Repellent“ aus Zebraduft zu entwickeln. Weit hergeholt ist dies nicht: Zum Beispiel wehren Beagle-Hunde die braune Hundezecke mit speziellen Düften ab, Hühner die Anopheles-Mücken und Wasserböcke die Tsetsefliegen. 

[10] Die Streifenmuster von Zebras sind so individuell wie Fingerabdrücke. Von allen Grévy-Zebras werden diese in einer Streifen-ID-Datenbank des Berliner Tierparks gemeinsam mit dem Marwell Zoo in England erfasst, um den Fortbestand der Art zu sichern. Das Grévy-Zebra ist im Bestand stark gefährdet, es gibt nur noch weniger als 2.000 Individuen in fortpflanzungsfähigem Alter – tierpark-berlin.de: Grévy-Zebra

[11] royalsocietypublishing.org: Zebra stripes, tabanid biting flies and the aperture effect (06/2020): „The visual control of flight by sensing and responding to optic flow is an essential component of the visual ecology of flying insects and is considered to be strongly conserved across the arthropoda“. Bei Annäherung werde „der optische Fluss“ gestört und somit die Entfernungsschätzung – aber wie kommt es genau zu Störung dieses optischen Flusses bei der Annäherung und nur bei diesen Insekten? 

[12] nature.com: Experimental evidence that stripes do not cool zebras (06/2018). 

[13] Hunde und Katzen haben Schweißdrüsen nur an wenigen haarlosen Körperstellen, z.B. an den Pfoten. Das reicht zur Thermoregulierung nicht aus – m.focus.de: Auch Hunde haben Schweißfüße, blog.loadmedical.com: Schweißdrüse: Verschiedene Arten bei Hund, Katze und Pferd

[14] tandfonline.com: Do zebra stripes influence thermoregulation? (06/2019). 

[15] wikipedia.org: Zebras, Abschnitt „Tarnung vor Beutegreifern“. 

[16] wildexplained.com: Sind Lions farbenblind? Welche Farben sehen Löwen?. „Aus der Sicht eines Löwen erscheint die Welt also überwiegend in Blau-, Grün- und Gelbtönen. Andere Farben wie Rot oder Lila können ähnlich wie Blau oder Grün erscheinen, jedoch in gräulich schattierten Versionen.“ 

[17] journals.plos.org: Zebra Stripes through the Eyes of Their Predators, Zebras, and Humans (01/2016). „In conclusion, compared to the uniform pelage of other sympatric herbivores it appears highly unlikely that stripes are a form of anti-predator camouflage.“ 

[18] zslpublications.onlinelibrary.wiley.com: Prey preferences of the lion (Panthera leo) (02/2006) – „Gemsbok, buffalo, wildebeest, giraffe and zebra are significantly preferred.“ royalsocietypublishing.org: Zebra stripes, tabanid biting flies and the aperture effect (08/2020) – „Most damning, lions kill zebras more than expected from their abundance across 40 study sites in Africa suggesting that confusion is an unlikely functional explanation for stripes.“ 

[19] Löwen jagen am liebsten Beute im Bereich von 100 bis 400 kg, in Rudeln auch schwerere Tiere – zslpublications.onlinelibrary.wiley.com: Prey preferences of the lion (Panthera leo) (02/2006). 

[20] bing.net: Auskunft des Copiloten

[21] wildexplained.com: Liste von ge­streiften Tieren

[22] wikipedia.org: Der Ausdruck Survival of the Fittest wurde ursprünglich vom britischen Sozialphilosophen Herbert Spencer im Jahr 1864 geprägt. Charles Darwin übernahm diesen Ausdruck ab der 5. englischsprachigen Auflage in sein Werk „Die Entstehung der Arten“ von 1869. Dieser Ausdruck ergänzt seinen zum Fachterminus gewordenen Begriff „Natural Selection“ (natürliche Selektion). 

[23] nationalgeographic.de: Haben Zebras auch Streifen auf ihrer Haut? 

Beitragsbild: Anastasovski Goran, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons , bearbeitet durch Mirke (gespiegelt), 02.02.2024.

Verwendung des PICR-Logos mit freundlicher Genehmigung durch PICR, 19.05.2024.

7207.1   ZDF/TerraX/R.Schlosshan/F.Haedecke/C.Ruby/F.Wienke/Gruppe5/Jochen Schmidt, CC BY 4.0, 18.02.2024.  

7207.2   School of Biological Sciences, University of Bristol, UK. Korrekte Bildbeschreibung: „Joren Bruggink [left] and Jai Lake [right] investigating how horse flies behave around horses wearing different coloured coats“. Mit freundlicher Genehmigung durch Joanne Fryer, 19.02.2024.  

7207.3   Mirke, 2019.  

7207.4   Verum, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, 18.02.2024.  

7207.5   bobosh_t, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, 18.02.2024.  

7207.6   Gábor Horváth, Lund University / Department of Biological Physics, ELTE Eötvös Loránd University, H-1117, Budapest, Pázmány sétány 1, Hungary, 2018.  

7207.7   Self, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons, bearb. durch Mirke (Ausschnitt), 18.02.2024.  

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7207.11   Rickard Zerpe, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, 18.02.2024.  

7207.12   La Nasa, Public Domain, via Wikimedia Commons, 18.02.2024.  

7207.13   Ellen26 @pixabay, 18.02.2024.  

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