Seid gut zu Vögeln!

Der Berg-Papagei Kea (Nestor notabilis, Beitragsbild) kommt vor allem an der Westküste der Südinsel vor und gilt als „diebische Elster“ Neuseelands. Er ist sehr gesellig und neugierig und liebt es, Gummidichtungen an Autoscheiben zu zerpflücken oder Wanderer „auszurauben“. Sein Überleben gilt nicht als gefährdet.


cimg0214-aus-farb© Bildrechte: Ekrim 2012

Hehe, ein Takahe!

Der Takahe (Porphyrio hochstetteri, links) galt im 20. Jahrhundert schon als ausgestorben. Daher staunte Dr. Geoffrey Orbell im Jahre 1948 nicht schlecht, als ihm im Wald oberhalb der Glühwürmchenhöhle am See Te Anau, in den Murchison Mountains, solch ein Vogel plötzlich einfach über den Weg lief. Der Takahe ist flugunfähig, wirkt mit seinem grünen, dunkelblauen und rot gefärbten Gefieder geradezu prächtig und repräsentiert die größte lebende Rallenart. Besichtigen kann man den Vogel, der von weitem an den verbreiteten und nicht gefährdeten Pukeko erinnert, im Anau Wildlife Centre am See Te Anau.


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Black Swan am Rotorua-See

Der Black Swan oder Trauerschwan (Cygnus atratus) stammt ursprünglich aus Australien, er ist das offizielle Wappentier Westaustraliens und auch auf der Staatsflagge dargestellt. Australische Trauerschwäne wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Neuseeland aus ästhetischen Gründen eingebürgert, wo sie sich seitdem fest etabliert haben, es gibt mittlerweile ca. 200.000 Tiere. Der Black Swan benötigt Süßwasser. Da er etwa 40 Meter zum Starten braucht, lebt er an größeren Seen, z.B. am Rotorua-See. Mittlerweile sind auch in Europa einige Populationen aus Exemplaren entstanden, die aus Zoos und Vögelparks geflohen sind. Z.B. in den Niederlanden (IJsselmeer), Flandern, Wien, Großbritannien, Schweiz [1].


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Die neuseeländische Taube oder Maori-Fruchttaube (Hemiphaga novaeseelandiae, Maori: Kereru, links) hat ein buntes Gefieder und ist etwas größer als die europäischen Taubenarten. Sie ist im Bestand bedroht, da ihre Hauptnahrung im Winter frische Baumtriebe sind, die auch von Oppossums gefressen werden. Ansonsten sind Puriribeeren im Sommer und im Herbst, Miro-Beeren im Herbst und im Winter und Taraire-Beeren im Winter und im Frühling ihre Nahrungsquelle. Karaka-, Nikau-, Kahikatea- und andere Beeren ergänzen den Speiseplan.


Apteryx mantelli -Rotorua, North Island, New Zealand-8a
© Bildrechte: The.Rohit, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons 2012

Last not least das neuseeländische „Wappentier“, der Kiwi (links), der äußerst bedroht ist, vor allem durch Hunde, Katzen, Wiesel, Oppossums, aber auch Wildschweine. Vor allem Eier und junge Tiere bis zum Alter von 100 Tagen sind durch Räuber gefährdet. Der gesamte Bestand wird auf ca. 40.000 geschätzt.


Man unterscheidet fünf Kiwi-Arten:

  • Zwergkiwi oder Kleiner Fleckenkiwi (Apteryx owenii),
  • Haastkiwi oder Großer Fleckenkiwi (Apteryx haastii),
  • Nördlicher Streifenkiwi (Apteryx mantelli),
  • Rowi oder Okarito-Streifenkiwi (Apteryx rowii),
  • Tokoeka oder Südlicher Streifenkiwi (Apteryx australis).

Kiwis sind Allesfresser. Hauptsächlich stochern sie mit ihrem Riesenschnabel in der Erde nach Regenwürmern, Tausendfüßern und Insektenlarven. Die Bewegungen der Würmer und Insekten im Boden können von Kiwis wahrgenommen werden. Sie spießen dazu ihren Schnabel in die Erde und ertasten die Beute. So hinterlassen Kiwis im Boden charakteristische Schnabellöcher, die bis zu 15 cm tief sind und die Anwesenheit eines Kiwis sicher verraten. Den Speiseplan ergänzen Früchte und Insekten, die vom Boden aufgepickt werden.

Weiteres zu Vögeln in Neuseeland siehe Maori aßen den Moa auf, Albatross und Pinguin.


[1] Der Ornithologische Beobachter 102: 153-180 (2005), S. 156.

© Rechte am Beitragsbild: Ekrim 2012

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