Zwei zum Beamen

Wir sind reif für die Insel. Schade, dass die Beamtechnik noch nicht erfunden wurde, denn so stehen uns Taxifahrt, Warten am Flughafen, fünf Stunden Flug, Anstehen nach dem Mietwagen und Insel-Autofahrt bevor, bevor wir ans Entspannen denken können.

Oder auch zum Glück, wenn man sich vorstellte, wie Millionen Menschen sonst im Mikrosekundentakt um die Welt vagabundieren würden, wie heute nur die Geldströme des internationalen Finanzkapitals, wie sich alles langweilig durchmischen würde oder sie sich auch spannend verfolgen könnten, wie schnell Verbrechen geschähen und die ganze Welt käme als Versteck in Betracht, schon nach Millisekunden. Sowas wie Privatsphäre, heute auch schon selten und teuer geworden, wäre nicht-existent. Oder wenn man sich einmal vorstellte, dass sich spontan 500 Mio von 7 Milliarden Menschen entschlössen, 2013 das Osterwochenende in Paris oder Berlin zu verbringen.

Um das zu verhindern, würde garantiert eine aufwändige Reisebürokratie ins Leben gerufen oder Beam-Schutzschilde würden bemüht, um die gerade gewonnene Reisefreiheit wieder gehörig einzuschränken und bestimmte Orte und Besucher-Häufungen zu verhindern. Beamtickets würden sicher unerschwinglich teuer. Und hin wäre es mit allen Vorteilen, die wir uns beim Tagträumen so vom lichtschnellen Reisen versprechen.

Der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger (links) hatte ja schon vor 13 Jahren die baldige Entwicklung der Beamtechnik in Aussicht gestellt, nachdem es ihm Ende der 1990er Jahre mit seinem Team gelungen war, ein bescheidenes Photon zu teleportieren. Da wurde sozusagen ein Lichtstrahl gebeamt – super. „Daran wird jetzt für Atome gearbeitet, und wahrscheinlich geht es auch mit Molekülen. Welche Größen einmal erreicht werden können, scheint mir eine Frage der technologischen Entwicklung, keine prinzipielle Frage“, sagte er damals. Man hat nichts weiter davon gehört. Aber der Physiker macht nun auch auf Künstler und stellt auf der documenta 13 aus (zur Quantenphysik siehe auch ➥ Quanten und Globuli).

Jedenfalls sind 14 Tage Teneriffa angesagt. Mal sehen, wer diesmal unsere Sitznachbarn sein werden, nachdem es beim letzten Flug nach La Palma Renate Künast war, seinerzeit noch Bundeslandwirtschaftsministerin. Die Koffer sind gepackt, nun müssen noch Nachbarn gefunden werden, die sich in der Abwesenheit unserer Zimmerpflanzen erbarmen werden. Auch das kein Problem. Wir müssen kein Wasser in die Töpfe beamen, aus dem spanischen Deltaquadranten.

© Bildrechte: 1349.2

202 Aufrufe – LDS: 03.06.2024


Weiterführende Links

● https://sciencev1.orf.at/science/…
Biographie: O. Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger – ORF ON Science.

● https://www.focus.de/wissen/technik/beamen…
Beamen ist möglich – Österreichischen Forschern gelingt spektakulärer Erfolg.

● https://www.swr.de/wissen/…
Was ist am Beamen dran?

Beitragsbild: Cottonbro @pexels, bearb. v. Mirke, 30.06.2021.

Verwendung des PICR-Logos mit freundlicher Genehmigung durch PICR, 19.05.2024.

1349.1   Jaqueline Godany, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, bearb. v. Mirke, 30.06.2021.  

1349.2   Mirke, 2012.  

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